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Plötzliches Parkverbot ärgert Anwohner

Verkehr Plötzliches Parkverbot ärgert Anwohner

Seit wenigen Tagen gilt auf weiten Teilen der Straße „Weidenhausen“ in Schweinsberg ein Parkverbot – sehr zur Überraschung und zum Ärgernis einiger Anwohner.

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In einem Großteil der Straße „Weidenhausen“ herrscht Parkverbot – zahlreiche Anwohner ärgern sich, dass sie ihre Autos nun nicht mehr vor ihrem Heim abstellen können.

Quelle: Florian Lerchbacher

Schweinsberg . „Wir können die Autos nirgends mehr hinstellen“, ärgert sich Anwohnerin Nicol Schmidt über das Parkverbot in der Straße „Weidenhausen“ und redet sich ob des Streitthemas in Rage: „Es ist eine Frechheit, dass uns keiner über die Änderung informierte, sondern still und heimlich ein Parkverbot eingerichtet wurde.“

Eine andere Anwohnerin kommentiert: „Vor allem nachts hat man sein Auto gerne vor der eigenen Haustüre stehen. Einmal wurde mein Wagen nachts gerammt, und der Täter wollte sich aus dem Staub machen. Das konnte verhindert werden – aber nur, weil viele es mitbekamen.“

Dieses Unfallrisiko ist es allerdings, das nach Aussage von Hubertus Müller, dem Leiter des Fachbereichs für Sicherheit und Ordnung, den Ausschlag für das Parkverbot gegeben habe. „Es gab in dem Bereich mehrere Unfälle – besonders mit Bussen. Die Kurve nach der Geraden ist schlecht einsehbar. Da waren wir uns bei einem Ortstermin mit der Straßenverkehrsbehörde des Kreises und dem Amt für Straßen und Verkehrswesen Marburg einig.“ Schon vor Jahren habe sich der Ortsbeirat mit der Problematik befasst.

Die parkenden Autos hätten die Lage zusätzlich erschwert, dem gelte es vorzubeugen, ergänzt Müller und räumt auf Nachfrage mit einem Gerücht auf, das die Anlieger allem Anschein nach zusätzlich erbost: Sie sind der Annahme, dass die Bäume, die über die Mauer eines Anwesens reichen, Ausschlag für die Neuerung gegeben hätten.

„Es stimmt, dass wir wegen der überhängenden Äste schon Beschwerden hatten. Vor einiger Zeit schnitten wir sie als Stadt gemeinsam mit der Polizei zurück. Da müsste eventuell wieder etwas geschehen. Das ist aber nicht der Grund für das Parkverbot“, betont Müller und ergänzt, die Stadt könne auch nicht jeden Bürger über Neuerungen in seiner Straße informieren: „Wenn ich immer erst mit allen Anwohnern in Verbindung treten müsste, bräuchte ich mindestens einen weiteren Mitarbeiter, der sich nur auf diese Aufgaben konzentriert.“

Eine andere Lösung als das Parkverbot sei nicht möglich, ergänzt der Leiter des Ordnungsamtes: „Wir haben überlegt, einen Spiegel zu platzieren, aber die Stelle ist vom Winkel her nicht geeignet, da die Kurve so flach ist, dass man nichts erkennen würde.“

Doch die Anwohner, von denen viele auf einer Liste unterschrieben und diese beim Ordnungsamt als Protest einreichten, bringen ein weiteres Argument hervor: „Weidenhausen ist ein Schulweg. Ohne die parkenden Autos als Hindernisse können Raser die Straße runterdonnern“, kritisiert Schmidt.

Müller indes lässt sich nicht beunruhigen: „Die Bürgersteige sind ausreichend breit, so dass die Schüler gefahrlos dort entlang gehen können. Es gab einen Termin mit der Schulleitung – da wurde dieser Bereich nie als Gefahrenstelle gesehen.“

Einzig zu einer Nachfrage der Anwohner, ob statt der kleinen Blumenbeete im Bürgersteig nicht Parkbuchten eingerichtet werden können, weiß der Leiter des Ordnungsamtes keine Antwort, gibt allerdings den finanziellen Aufwand zu bedenken, der sich für den Umbau mindestens im fünfstelligen Bereich befinden würde.

von Florian Lerchbacher

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