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Platz der Tugenden wird nicht fertig

Dorferneuerung Platz der Tugenden wird nicht fertig

Die Abgüsse der "Fünf Tugenden", die in Hatzbach ihren Platz finden sollen, sind fertig. Doch frühstens im Oktober werden sie im Ort aufgestellt - der Platz wird nicht rechtzeitig fertig.

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Dieses Archivfoto entstand während der Suche des Arbeitskreises nach einem Standort für die „Fünf Tugenden“. Es zeigt die Holz-Nachbildungen auf dem ausgewählten Grundstück.

Hatzbach. Ihr Wunschziel haben die Mitglieder des Arbeitskreises Dorferneuerung nicht erreicht: Bis zur Festwoche anlässlich der 750-Jahr-Feier ihres Ortes stehen die fünf Abbilder der „Tugenden“ nicht an ihrem Platz. Mit großem Aufwand hatten die Hatzbacher nach einem geeigneten Grundstück für die fast 3,5 Meter hohen Statuen gesucht.

Um sicher zu sein, dass die „Tugenden“ dort auch wirken werden, hatten Hatzbacher sogar Abbilder aus Holz gefertigt. Am Ende verständigte sich der Arbeitskreis samt Stadtverwaltung auf ein Grundstück der Familie von Knoblauch an der Ohrgasse. Im Februar fällten Hatzbacher Bürger dort bereits im Wege stehende Bäume. Doch dann begannen die Schwierigkeiten, die jetzt zu den entscheidenden Verzögerungen geführt haben. Die gesamte Platzgestaltung ist ein Dorferneuerungs-Projekt, das Land gibt entsprechende Zuschüsse. Erklärtes Ziel der Hatzbacher und des sie begleitenden Planungsbüros war ein offener Platz, auf dem die „Tugenden“ zur Geltung kommen. Die Grünfläche im Vorfeld sollte entsprechend einbezogen werden. Doch das Projekt drohte an der für die Förderung nötigen denkmalrechtlichen Genehmigung zu scheitern. Die Denkmalpflege habe auf einer Einfriedung der Fläche beharrt, auf der die Abgüsse zu sehen sein werden, erläuterte Hatzbachs Ortsvorsteher Frank Drescher gegenüber dieser Zeitung. Die Rede war von einem 40 bis 50 Zentimeter hohen Mäuerchen. Es begannen langwierige Gespräche mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Marburg. Mehrfach erstellte das Planungsbüro andere Entwürfe. Schlussendlich wurde jetzt die Lösung ausgeschrieben, auf der die Denkmalpflege am Ende beharrte. So wird der Platz zumindest an den beiden Seiten von eben jenen kleinen Mauern begrenzt.

Ortsvorsteher siehtAbstimmungsprobleme

Drescher ist alles andere als glücklich über die Entwicklung. „Doch wir haben jetzt die Platzgestaltung nach den Vorgaben der Denkmalpflege ausgeschrieben“, sagt er. Für ihn bestand der Grund für den zeitraubenden Konflikt mit dem Landesamt für Denkmalpflege am Ende aus „Abstimmungsproblemen“. Eine Stellungnahme von Dr. Bernhard Buchstab als Leiter der Behörde war nicht zu erhalten: Er ist im Urlaub.

Der Bildhauer, der die fünf Abgüsse erstellt hat, hat jedenfalls Wort gehalten. Die fertigen Abbilder und auch die Originale stehen bei ihm abholbereit in der Werkstatt. Die Statuen stellen die Tugenden „Glaube, Hoffnung, Liebe, Gerechtigkeit und Mäßigkeit“ dar. Sie wurden im Jahr 1718 vom Marburger Bildhauer Friedrich Sommer geschaffen. Im März vergangenen Jahres waren die Barockstatuen in Hatzbach abgeholt worden. Die restaurierten Originale sollen in Zukunft auf dem neu gestalteten Firmaneiplatz in Marburg stehen. Eigentümer der Statuen ist die Familie von Knoblauch zu Hatzbach, die dem Ort auch ihr Grundstück für die Aufstellung der Abgüsse bereitstellte. Leer bleiben wird der Platz beim stehenden Festzug am 12. August aber nicht. Jetzt wird sich dort voraussichtlich der Fachbereich ländlicher Raum des Kreises präsentieren - und unter anderem über Dorferneuerung informieren. „Aber es wird jetzt wohl bis Oktober dauern, bis der Platz fertig ist und die Abbilder stehen“, sagt Drescher.

von Michael Rinde

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