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Ostkreis Monilia-Pilze bedrohen Zierkirschen
Landkreis Ostkreis Monilia-Pilze bedrohen Zierkirschen
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00:20 10.03.2019
In einem Teil des Kernstadt-Friedhofs gab es in den zurückliegenden Wochen teils erhebliche Baumpflegearbeiten. Optisch besonders drastisch waren sie bei den Zierkirschen.  Quelle: Michael Rinde
Stadtallendorf

Die Befürchtungen von Friedhofsbesuchern sind deutlich formuliert, vor allem im sozialen Netzwerk Face­book. Da geht die Angst um, dass der Stadtallendorfer Friedhof sein „grünes Gesicht“ und damit ein Stück seiner Identität mehr und mehr verliert. Schon im vergangenen Jahr seien Bäume und Sträucher weggekommen. Eine Stimme spricht schon vom „Kahlschlag“.

Die Pflegearbeiten und Baumfällungen betreffen dem Augenschein nach vor allem das Umfeld der alten Friedhofskapelle.­ Noch liegen Haufen von abgeschnittenen Ästen am Rande von Wegen und Grabfeldern. Zahlreiche Zierkirschen sind ­extrem zurückgeschnitten worden. Bauhofmitarbeiter haben auch an mehreren Hecken gearbeitet und sie teils deutlich gestutzt.

Pilze bekämpfen und Bäume retten

„Das sieht für den ein oder anderen Laien sicherlich sehr erschreckend aus“, sagt Bürgermeister Christian Somogyi auf Anfrage der OP. Doch was ist der Grund für die Schneide- und Fällarbeiten? Bei den dem Augenschein nach besonders drastisch betroffenen Bäumen handelt es sich um Zierkirschen. „Und die litten unter Monilia-Pilzen“, erläutert der Verwaltungschef.

Um die Pilze zu bekämpfen und die Bäume zu retten, sei der massive Rückschnitt unumgänglich gewesen. Zugleich diente der Rückschnitt, bei denen die Bäume wie verkrüppelt wirken, der Gefahrenabwehr. Die Gefahrenabwehr habe­ auch weitere Baumfällungen nötig gemacht, sagt Somogyi. Hinzu kommt das Gestaltungskonzept, das die Stadtverwaltung für den Friedhof erstellt hat.

Darin ist auch vorgesehen, Nadelhölzer Zug um Zug durch Laubhölzer zu ersetzen. Auch deshalb gab es eine Baumfällung bis Ende Februar, wie Somogyi berichtet. Es soll nicht bei Schnitten und Fällungen bleiben. Im Frühjahr plant die Stadtverwaltung bereits Ersatzpflanzungen, insbesondere entlang eines Weges in der Nähe der alten Friedhofshalle. Und es gibt Pflanzungen für ein Grabfeld für Baumurnengräber.

Begutachtungen von sachkundigen Baumpflegern

„Was wir da tun, ist keine Willkür“, wehrt sich Somogyi, konfrontiert mit Aussagen von verärgerten Friedhofsbesuchern, gegen Kritik. Alle fraglichen Bäume und Hecken seien vorher von sachkundigen Baumpflegern begutachtet worden. Mitunter seien radikale Schnitte auch zum Wohle und zum Überleben einer Hecke notwendig.

„Aber wenn wir keine neuen Gefahrenbäume mehr feststellen, dann war es das mit den Schneide- und Pflegearbeiten zunächst einmal“, sagt Somogyi. Er lobt auf der anderen Seite auch die Kritiker: „Grundsätzlich finde ich es gut, wenn Bürger auch solche Arbeiten hinterfragen“. Auch bei der Stadtverwaltung direkt habe es in den vergangenen Wochen Beschwerden über die Rückschnitte, insbesondere bei den von ­Pilzen befallenen Zierkirschen, gegeben.     

von Michael Rinde