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Ostkreis Pfosten, die für Leiden stehen
Landkreis Ostkreis Pfosten, die für Leiden stehen
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18:21 09.06.2014
GBS-Schüler haben die 22 Pfosten gestaltet, die an deutsche Ostgebiete erinnern. Foto: Klaus Böttcher
Stadtallendorf

„Wir wollen den Tag der Vertriebenen nicht nur so klassisch begehen, eine Ansprache, ein Musikstück. Das Thema soll auch von der jungen Generation aufgenommen werden“, sagte Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi. Die Schule sei auf die Stadt zugekommen, um diese in ihrer Absicht zu unterstützen. Dann seien auch gleich Ideen gekommen. Eine der Ideen seien die Lei(d)tpfosten, die jetzt in der Lernwerkstatt der Georg-Büchner-Schule (GBS) vorgestellt wurden.

22 Pfosten stehen fix und fertig da. Sie tragen die Wappen der ehemaligen deutschen Ostgebiete und deren Farben. Die Idee stamme von Achim Dorn, erzählte der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Herbert Köller. Der habe das von der Landesgartenschau. „Dort sind es Leitpfosten, die zur Gartenschau leiten sollen, hier sind es Leidpfosten, die Leiden darstellen, aber gleichzeitig auch leiten sollen in die Zukunft“, verdeutlicht Köller. „Anhand der Lei(d)tpfosten kann man erkennen, wo kommen die Menschen her“, sagt der Bürgermeister. Die Pfosten sind von der Stadt finanziert und von den Schülern der GBS angefertigt worden.

Mehrere Klassen beteiligten sich an dem Projekt, für das sich, so Marina Flanderka vom Dokumentations- und Informationszentrum DIZ, aber 11 Schüler der Klasse G9A besonders engagiert hätten. Sie begleitet das Projekt an der GBS zur Aufarbeitung der Allendorfer Geschichte, wobei die Heimatvertriebenen auch eine Rolle spielen (die OP berichtete).

„Die Pfosten werden vorher im Stadtgebiet aufgestellt und bei der Veranstaltung in der Stadthalle am 14. September präsentiert“, erklärte der Bürgermeister und ergänzte: „Die Moderation wird Herbert Köller haben und der lässt auch Betroffene zu Wort kommen. Das sind ältere Menschen, aber auch zwei Schüler der GBS, die hautnah erzählen können, was sie erlebt haben.“ In der GBS gibt es Kinder, die ein Schicksal wie die Vertriebenen nach dem zweiten Weltkrieg erlebt haben, weil sie aus einem Kriegsgebiet kommen.

Herbert Köller zeigte sich ganz begeistert über diese Entwicklung und sagte: „Wir haben offene Ohren beim Bürgermeister und bei der GBS gefunden.“

Der Tag der Vertreibung ist der Abschluss des Projektes der GBS und wird von einer Ausstellung der Schüler begleitet. Marina Flanderka sagt zu dem Projekt: „Es geht darum, dass die Schüler die Geschichte ihrer Stadt kennen lernen und dadurch ein bisschen mehr verwurzelt sind. Das ist wichtiger, als wenn ich etwas vom Mittelalter erzähle.“

von Klaus Böttcher

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