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Pfarrer bekommen positive Rückmeldungen

Das neue Gotteslob Pfarrer bekommen positive Rückmeldungen

Sechs Wochen vor dem ersten Advent begann Amöneburgs Pfarrer Marcus Vogler, mit seiner Gemeinde Lieder aus dem neuen Gotteslob zu singen. Das erleichterte die Gewöhnung an das Buch.

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Maria Schmitt (von links), Pia Stumpf und Gabriele Mösch (mit Friedenslicht) haben schon erste Erfahrungen mit dem neuen Gotteslob gesammelt.

Er wollte bei den Gemeindemitgliedern schon früh „Lust auf mehr“ machen. Deshalb begann Pfarrer Marcus Vogler schon früh mit dem Üben neuer Lieder aus dem Gotteslob. „Und ich hatte den Eindruck, dass sich die Gemeinde dann auch darauf gefreut hat“, sagt Vogler. Pünktlich zum ersten Advent hätten die meisten Gemeindemitglieder eines gehabt. Sein eigener Eindruck vom neuen Gesang- und Gebetsbuch? „Er ist sehr positiv“, antwortet der Amöneburger Priester  sofort. Lob gibt es für den ausführlicheren Gebetsteil. Er ermögliche auch Gottesdienstformen ohne Priester, gebe Anstöße für besondere Situationen, etwa beim Tod eines Angehörigen.

Vogler und auch Neustadts Pfarrer Andreas Rhiel sehen durch die Materialien im Gotteslob auch neue Chancen. Denn es finden sich in dieser neuen Ausgabe auch Texte rund um die Sakramente und die Ausübung des Glaubens in der Gemeinde. „Auch bei manchem Kirchgänger ist im Laufe der Jahre Wissen verloren gegangen, anderen wird es neu vermittelt“, sagt Rhiel. Vogler verweist darauf, dass sich im Buch auch Abschnitte finden, die sich beispielsweise mit dem Internet beschäftigen oder auch ein ausführlicher Beichtspiegel. Das Gotteslob soll, so der Wunsch der Deutschen Bischofskonferenz, für den Gläubigen ohnehin mehr sein als ein Gesang- und Gebetsbuch. „Das ist der Idealfall“, sagt auch Pfarrer Vogler. Er formt das Bild von einer „Schatztruhe für den eigenen Glauben“.

Das erste Gotteslob gab es zur Erstkommunion

Pfarrer Andreas Rhiel erhielt sein erstes Gotteslob zur Erstkommunion. Er pflegt es. Heiligenbilder, aber auch Bilder von „Glaubenszeugen des Dritten Reiches“ verwahrt er noch immer darin. Für seinen Amöneburger Amtsbruder ist das aktuelle „vor allem ein wertvoller Begleiter“ bei seiner seelsorgerischen Arbeit.

Klagen über Papierqualität und Schnitt hat Marcus Vogler noch nicht vernommen, wohl aber Pfarrer Rhiel. Er hofft auf die Großdruckausgabe, die im Frühjahr verfügbar sein wird.

Das neue Gotteslob wird wieder für mehrere Jahrzehnte in Gebrauch sein. Deshalb war die Wahl der passenden Sprache von besonderer Bedeutung. Schließlich komme es darauf an, mehrere Generationen unter einen Hut zu bekommen, formuliert Edith Harmsen den Anspruch. Sie leitet die Arbeitsgruppe in Fulda, die die bistumsspezifischen Seiten erstellt hat. Wie ist die Resonanz? „Gerade für die Sprache bekommen wir Lob. Ich glaube, wir sind mit dem neuen Gotteslob an die  Menschen herangekommen“, sagt Harmsen. Mit Impulsabenden für interessierte Gläubige hatte das Bistum die Umstellung unterstützt. Einen davon gab es auch in Marburg. Und auch dort habt Edith Harmsen Interesse gespürt. Etwa 70 Teilnehmer seien gekommen, hätten sich informiert und mit Liedern vertraut gemacht.

Bei einigen Gemeinden gab es Lieferschwierigkeiten

Einige Gemeinden im Bistum sind noch nicht zum neuen Gotteslob übergegangen. Bei einigen soll es Lieferschwierigkeiten gegeben haben. „Aber es gab auch Gemeinden, die lieber warten wollten, bis auch das Orgelbuch erhältlich ist“, sagt Harmsen.

In Momberg ist das neue Gesangbuch bereits in Gebrauch. Sie finde es gut, dass darin Gebetstexte enthalten sind, sagt Küsterin Maria Schmitt. Schade sei allerdings, dass die „Momberger Schlager“ im neuen Gotteslob nicht enthalten sind – noch immer liegen in dem örtlichen Gotteshaus kleine Bücher aus, in denen der langjährige Pfarrer Wilhelm Gerlach die in dem Neustädter Stadtteil besonders beliebten Lieder aufgeführte hatte.

Die überarbeiteten Liedtexte bezeichnet die Küsterin als gewöhnungsbedürftig: „Ich glaube aber, es ist sinnvoll, die Sprache auch ein bisschen der Zeit anzupassen.“ Und es werde bestimmt nicht lange dauern, bis auch die überarbeiteten Zeilen in Fleisch und Blut übergehen. Bei ihr werde dies eventuell ein kleines bisschen länger dauern: „Ich kann nicht so gut singen und halte mich daher immer ein bisschen zurück. Ich will ja nicht, dass mein schiefer Gesang allzu laut aus der Sakristei herausschallt“, sagt sie mit einem spitzbübischen Lächeln.

von Michael Rinde und Florian Lerchbacher

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