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Ostkreis Peter Hartmann will "erster Sachbearbeiter" bleiben
Landkreis Ostkreis Peter Hartmann will "erster Sachbearbeiter" bleiben
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06:16 30.08.2012
Wohratals Bürgermeister Peter Hartmann bewirbt sich für eine dritte Amtszeit. Foto: Michael Rinde
Wohratal

Peter Hartmann erneuert ein Bekenntnis, mit dem er schon vor zwölf Jahren für sich geworben hat: „Eigentlich ist ein Bürgermeister in einer so kleinen Gemeinde der erste Sachbearbeiter.“ Die Repräsentation sei eine Aufgabe, die eher nebenbei zum Amt gehöre.

Er habe viel positives Feedback bekommen, als er erklärt habe, dass er wieder antrete, freut er sich. Für ihn soll es bei einer dritten Amtszeit so weitergehen, wie er es bisher gehalten hat: Die Gemeinde Wohratal soll an der ersten Stelle stehen. Was reizt ihn daran, in der kleinsten Gemeinde des Landkreises Bürgermeister zu sein? Hartmann lobt die Umgänglichkeit der Bürger. „Ich habe gelernt, dass einem in Wohratal Fehler auch mal nachgesehen werden“, fügt er gleich hinzu. Nach 12 Jahren im Amt habe er zugleich auch verstanden, dass es als Bürgermeister nicht gelingen könne, es allen recht zu machen.

Doch die finanziellen Spielräume Wohratals sind gering. Hartmann hat das in den vergangenen Jahren immer wieder betonen müssen. Aber zugleich warnt er auch davor, dem Problem durch das häufig angeführte „Kaputtsparen“ zu begegnen. Ziel bleibe es, die Kreditaufnahme so gering wie nur möglich zu halten, um die künftigen Generationen nicht noch mehr zu belasten.

Bei dieser Linie sieht sich der Amtsinhaber im Konsens mit den Fraktionen des Gemeindeparlaments. Außerdem stehe Wohratal kaufmännisch gesehen auch eigentlich gut da, schiebt Hartmann nach und verweist auf 20 Millionen Euro Vermögenswerte (Gebäude, Straßen, etc), die die Gemeinde buchhalterisch gesehen hat.

Es sei lohnenswert, weiter in die Infrastruktur der Gemeinde zu investieren. In dem Zusammenhang lobt er die Breitband-Initiative des Landkreises als „eine tolle Sache“. Ebenso positiv sieht Hartmann exemplarisch die Radwegepläne zwischen Langendorf und Rosenthal. Und dann ist da natürlich immer noch die Hoffnung auf die Ansiedlung eines Netto-Marktes im Gewerbegebiet Halsdorf. Eine Entscheidung des Unternehmens steht nach wie vor aus. Hartmann sieht eine große Chance für Wohratal in dem Projekt.

Hat Wohratal als kleine Gemeinde mit hohen Belastungen überhaupt eine Chance, langfristig zu überleben? Peter Hartmann sagt ohne wenn und aber Ja. „Es rechnet sich für uns auch einfach nicht, mit einer Nachbargemeinde wie der Stadt Rauschenberg zusammenzugehen“, betonte er.

Aber er schätzt den Wert interkommunaler Zusammenarbeit hoch ein. Wohratal profitiere beispielsweise schon sehr von der Zusammenarbeit mit den Frankenberger Versorgern bei der Wasserversorgung.

Und was wünscht er sich für Wohratal? „Ich wünsche mir, dass wir in Zukunft weniger Kreisumlage zahlen und dadurch mehr Geld für die Kinderbetreuung bekommen“, antwortet er ohne langes Überlegen. Hartmann ist sich aber auch der Tatsache bewusst, dass das kleine Wohratal mehr denn je auf die ehrenamtliche Mitarbeit der Bürger oder der Vereine angewiesen ist. „Früher riefen Bürger nach der Gemeinde, heute ist es so, dass die Gemeinde immer wieder nach ihren Bürgern rufen muss“, fasst er es zusammen. Bedarf für eine eigene Jugendpflege sieht Hartmann nicht. In Wohratal werde die Jugendarbeit in besonderer Weise von den Vereinen und Ehrenamtlichen übernommen. Als Beispiel führt er die Ferienspiele an.

Und welches Wahlergebnis wünscht er sich für den 7. Oktober? Mit Zahlen will Hartmann nicht hantieren. Er wünsche sich, dass seine bisherige Arbeit für die Gemeinde anerkannt werde und sich das dann auch im Wahlergebnis widerspiegele.

von Michael Rinde