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Ostkreis Pendler parken am Bahnhof kostenlos
Landkreis Ostkreis Pendler parken am Bahnhof kostenlos
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20:17 09.12.2010
Direkt am Bahnhof haben Pendler reichlich Platz, um ihr Fahrzeug abzustellen.

Stadtallendorf. Seit Juli 2009 war Stadtallendorfs Bahnhof eine Baustelle, nur unterbrochen vom Hessentag. Inzwischen sind auch die Pendler-Parkplätze, die Fahrrad-Boxen und die Toilettenanlage fertig, teilweise erst seit wenigen Tagen.

Am Donnerstag weihte die Stadt die „Park-and-Ride“-Anlage ein. Es stehen jetzt 53 Pendler-, 3 Behinderten- und weitere 12 Kurzzeitparkplätze zur Verfügung. Hinzu kommen die Fahrrad-Garagen und 35 Fahrrad-Ständer in der früheren Empfangshalle.

Vor dem Hessentag war der Bau der Parkplatzanlage nicht mehr zu schaffen, außerdem brauchte die Stadt die Flächen, unter anderem für das HVT-Zelt. Es folgten fünf Monate, in denen das Bahnhofsumfeld noch einmal Baustelle wurde.

Seit 1. Dezember ist die Toilettenanlage wieder geöffnet. Jeder Gang kostet 50 Cent. Mit dem kleinen Obolus hofft die Stadt, die Benutzer auch ein wenig zum sorgsamen Umgang mit den neuen WCs zu animieren. Die abschließbaren Fahrradgaragen vermietet die Stadt für monatlich 10 Euro oder jahresweise für 100 Euro.

Pendler dagegen, die ihr Auto abstellen und mit dem Zug zur Arbeit fahren, zahlen am Stadtallendorfer Bahnhof keinen Cent, anders als zum Beispiel in der Nachbarstadt Kirchhain. Bürgermeister Manfred Vollmer (CDU) lobte den bisher guten Umgang mit der umgestalteten Bahnhofsanlage, mahnte bei Bahn allerdings eine schnelle Regelung für eine bessere Reinigung der Unterführung an. Die Stadt hatte der Bahn angeboten, die Reinigungsarbeiten gegen Bezahlung zu übernehmen.

Für die defekte Bahnhofsuhr zeichnet sich jetzt auch eine Lösung ab: Die Stadt hat eine neue bestellt, nachdem sich abzeichnete, dass sich die alte bahneigene Uhr nicht mehr reparieren lässt. Ihr Uhrwerk ist ohnehin hinter einer Schrankwand einer Privatwohnung verborgen.

Für Richard Kranz vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ist der Stadtallendorfer Bahnhofsumbau längst ein Vorzeigeprojekt, das dank Hessentags-Schub in rekordverdächtiger Zeit entstanden ist. Es gebe Bahnhofsumbauten, an denen plane der RMV seit mehr als 15 Jahren. In Stadtallendorf dauerte es einschließlich Planung grade einmal drei Jahre. Der zweite Bauabschnitt mit Parkplatz-Anlage, Kreisverkehr und die Arbeiten in der Bahnhofsstraße kosteten zusammengerechnet rund 1,3 Millionen Euro.

Wieviel am Ende davon die Stadt bezahlt, lässt sich erst beziffern, wenn alles endgültig abgerechnet ist.

Insgesamt, so die früheren Kostenschätzungen, flossen in den zurückliegenden 36 Monaten 6,5 Millionen Euro in Stadtallendorfs Bahnhof. In dieser Summe ist der Kauf der Grundstücke und der früheren Empfangshalle, die Sanierung der Unterführung und des Bahnsteigs enthalten. Das Land zahlte zumindest beim großen ersten Bauabschnitt einen Zuschuss von bis zu 80 Prozent.

von Michael Rinde

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