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Ostkreis geht wohl leer aus

Bahnverbindung Ostkreis geht wohl leer aus

Die Mittelzentren Kirchhain und Stadtallendorf wünschen einen dichteren Taktverkehr auf der Main-Weser-Bahn durch eine Verlängerung der in Marburg endenden HLB-Züge.

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Nur einmal am Tag hält am barrierefrei zugänglichen Gleis 5 in Kirchhain ein Zug. Die Hoffnungen der Stadt, dass dort künftig HLB-Züge halten werden, haben sich offenbar zerschlagen. Foto: Mayer

Kirchhain. Der Wunsch wird wohl nicht in Erfüllung gehen - so zumindest die Einschätzung von Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) am Montagabend vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr.

Die Stadt sei der Initiative „Main-Weser-Bahn im Takt“ mit dem Ziel beigetreten, die Züge der Hessischen Landesbahn (HLB) bis zum barrierefrei erreichbaren Gleis 5 oder bis zum Stadtallendorfer Bahnhof zu verlängern. Die Stadt Gießen und der Landkreis Gießen hätten entsprechende Anträge abgelehnt.

Die Abstimmung des Regionalen Nahverkehrsverbandes (RNV) stehe zwar noch aus, werde aber an dem für dem Ostkreis negativen Votum nichts mehr ändern, sagte der Bürgermeister. Der Rhein-Main-Verbund (RMV) werde am Status quo nichts ändern, so lange es in der Region keine Einigung gebe, sagte Kirchner, der zugleich die Einschätzung des RNV-Vorsitzenden Karsten McGovern wiedergab, dass eine Verlängerung der HLB-Züge bis Kirchhain oder Stadtallendorf kaum finanzierbar seien. Gleichwohl beklagte der Bürgermeister den Umstand, dass das Dörfchen Friedelhausen bis nachts um 1.30 Uhr von der Bahn im Halbstundentakt bedient werde - weitaus besser als Stadtallendorf und Kirchhain mit ihren zusammen knapp 40000 Einwohnern.

In diesem Zusammenhang beklagte Reiner Nau (Bündnis 90/ Die Grünen) eine Schieflage der Diskussion im Südkreis. Die Aufregung um etwaige Streichungen von Zughalten stehe in keinem Verhältnis zu den Fahrgastzahlen in den HLB-Zügen.

Eine Zählung der Initiative in den HLB-Zügen bestätigt dies: 1778 Fahrgäste (86 Prozent) stiegen in Marburg oder Gießen ein oder aus. Die übrigen fünf Haltepunkte nutzten nur 290 Fahrgäste (14 Prozent).

von Matthias Mayer

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