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Ostkreis Opfer musste operiert werden
Landkreis Ostkreis Opfer musste operiert werden
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00:18 20.07.2018
Die Staatsanwaltschaft erließ Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Messerstecher von Stadtallendorf. Quelle: Thorsten Richter
Stadtallendorf

Das teilte gestern Sarah Antonia ­Otto, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Marburg, auf Anfrage der OP mit.

Zu dem Ablauf der Tat, die sich nach früheren Angaben der Polizei am Freitagvormittag ereignet hatte, machte die Staatsanwaltschaft noch keine näheren Angaben. Dazu liefen weitere Ermittlungen, so Otto.

Lebensgefahr besteht nicht

Das Opfer, ein 29-Jähriger Hausbewohner, wird weiterhin in der Marburger Uniklinik behandelt. Er sei durch einen Stich in den Bauch schwer verletzt und anschließend operiert worden, erklärt die Sprecherin. „Eine akute Lebensgefahr besteht nicht“, sagt Otto. Die Staatsanwältin bestätigte, dass es sich bei beiden Beteiligten um Asylbewerber handelt. Zur Nationalität machten die Ermittlungsbehörden zunächst keine Angaben.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der versuchten Tötung gegen den 21-Jährigen in Tateinheit mit ­gefährlicher Körperverletzung.

Eskalation war nicht vorhersehbar

Im Jahr 2015 hatte der Landkreis zwei Gebäude in der Posener Straße für die Unterbringung von Asylbewerbern angemietet. Die Messerattacke gilt als der erste schwerwiegendere Zwischenfall in der Unterkunft. Die Bewohner werden nach Angabe von Kreissprecher Stephan Schienbein intensiv durch Sozialarbeiter betreut. Sie seien mehrfach in der Woche vor Ort und für die Bewohner nahezu ständig erreichbar.

„Die aktuelle Eskalation war nicht vorhersehbar. Ereignisse dieser Art lassen sich auch nicht vollständig verhindern“, so Schienbein. In der Vergangenheit habe es wenige, kleine Konflikte unter Bewohnern gegeben, die aber alle „zügig und konstruktiv“, auch durch die schnelle Reaktion der Sozialarbeiter, gelöste werden konnten.

60 Menschen leben in beiden Gebäuden

Die angemieteten Räume in der Posener Straße sind aus Kreissicht auch keine Massenunterkunft. Bewohner lebten aufgeteilt in zwei Objekten wie in Wohngemeinschaften zusammen. Der Kreis agiert bei der Unterbringung von Flüchtlingen nach dem Leitmotiv „so viel Normalität wie möglich“.

Das gelte auch für die Unterkunft in der Posener Straße, so Schienbein. Gleichwohl ließen sich auch bei dieser kleinteiligen Form der Unterbringung Konflikte nicht immer vermeiden. Rund 60 Menschen leben derzeit verteilt auf die beiden Gebäude in den erwähnten Wohngemeinschaften, wie die Kreisverwaltung auf Nachfrage der OP mitteilte.

von Michael Rinde