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Opfer fühlen sich von Bistum missachtet

Missbrauchsvorwürfe Opfer fühlen sich von Bistum missachtet

Im April 2010 schuf das Bistum Fulda eine Kommission, die Missbrauchsvorwürfe gegen einen früheren Sportlehrer der Stiftsschule untersuchen sollte. Bisher liegt kein Abschlussbericht vor.

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An der Stiftsschule soll es Mitte der 90er Jahre zu sexuellen Übergriffen an Schülerinnen gekommen sein. Eine Kommission untersucht die Vorgänge.

Quelle: Archivfoto

Amöneburg. 1995 und 1996 beklagten Schülerinnen der Stiftsschule sexuelle Übergriffe bis hin zu Missbrauchsversuchen durch einen Sportlehrer an der Stiftsschule. Er wurde im Januar 1996 entlassen.

Im Jahr 2010 machte die Stiftsschule diese Vorgänge selbst öffentlich. Das Bistum Fulda setzte eine Kommission ein, um die Vorgänge zu untersuchen. Bis heute liegt kein Abschlussbericht vor. Die betroffenen früheren Schülerinnen hatten im Sommer 2010 vor Mitgliedern der Kommission ausgesagt.

Seitdem warten sie auf eine Stellungnahme aus Fulda. „Wieder schaut man weg“, kommentiert eine Betroffene das Verhalten der Kommission. Um ihre Anonymität zu wahren, haben sie sich über die frühere Stiftsschul-Lehrerin Inge Hauschildt-Schön an diese Zeitung gewandt. Sie stand seinerzeit gemeinsam mit zwei Schulsprecherinnen im engen Kontakt mit mehreren Schülerinnen.

Wie sich jetzt herausstellte, gab es Mitte der 90er Jahre auch massive Vorwürfe gegen einen weiteren Lehrer der Stiftsschule, die aus Sicht der Betroffenen damals allerdings nicht beachtet wurden. Beide Lehrer haben die Vorwürfe stets bestritten.

Im Jahr 2010 leitete die Staatsanwaltschaft Marburg Ermittlungsverfahren ein. Doch die Vorwürfe sind verjährt. Das Bistum Fulda will sich erst zur Arbeit der Kommission äußern, wenn der Abschlussbericht vorliegt. Das soll jetzt in diesem Monat geschehen.

von Michael Rinde

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