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Ostkreis Oktav bringt Gläubige zusammen
Landkreis Ostkreis Oktav bringt Gläubige zusammen
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20:24 24.07.2011
Die Gläubigen scharten sich am Freitagabend rund um den Altar der Lindaukapelle zur Eröffnung der Magdalenenoktav. Quelle: Karin Waldhüter

Amöneburg. Nach alter Tradition wallfahrten am Freitagabend rund 350 Gläubige zum Eröffnungsgottesdienst der Magdalenenoktav zur Lindaukapelle am Fuße Amöneburgs. Die Kapelle befindet sich an der Stelle einer im Mittelalter untergegangenen Ortschaft.

Die Patronin der Kapelle ist die heilige Maria Magdalena, die als Zeugin des Auferstanden von Jesus zu den Jüngern geschickt wird, um ihnen die Botschaft zu bringen, dass er lebt. Mit ihrem Gedenktag am 22. Juli wird alljährlich die Oktav eröffnet.

Zum ersten Mal begrüßte Marcus Vogler als Ortspfarrer von Amöneburg und Rüdigheim die Gläubigen. Humorvoll waren die Begrüßungsworte von Dechant Markus Blümel aus Eiterfeld bei Hünfeld. Er gestaltete gemeinsam mit Pfarrer Vogler und assistiert von Diakon Gerhart Jungmann den Gottesdienst. „Gerne bin ich her gekommen, das Auto und ich kennen den Weg“, sagt der frühere Schulpfarrer der Stiftsschule lachend.

Menschen, die etwas miteinander und mit dem Ort zu tun hätten, seien gekommen. Das Gefühl der Heimat sei auch ihm nah, so Blümel. Feierlich wurde der Gottesdienst begleitet vom Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Mardorf unter der Leitung von Benjamin Klingelhöfer.

„Bei uns würde man jetzt sagen, wos a Gnad, einfach jetzt Ostern zu feiern“, erklärte Blümel zu Beginn und stellte die Worte: „Er ist wahrhaft auferstanden“ in den Mittelpunkt der Predigt. „Hier ist etwas, was uns Orientierung gibt“, sagte Blümel. In der Seelsorge erlebe man, wie Menschen in einer Zeit, in der es immer mehr erhellende Momente gebe, immer mehr im Dunkeln tappten.

Je mehr möglich sei, umso weniger dürfe unmöglich sein. Kleine Entbehrlichkeiten würden so schnell zum großen Verlust. Der Mensch verzweifle plötzlich schneller wenn etwas fehle. „Weil wir offenbar in die Wiege gelegt bekommen, dass wir das Recht auf eine Lösung haben“, so Blümel. Mitlieben, Mitleben, Mitleiden, dafür sei Maria Magdalena das beste Beispiel, sagte er und erinnerte an die ersten Märtyrer Roms.

„Nehmen wir ein Stück der österlichen Freude von Maria Magdalena auf und werden wir wirklich Christen“, sagte Blümel und verdeutlichte die Worte der Predigt mit einem Gedicht von Andreas Knapp. Während der Kommunion wird das Gedicht als Erinnerung an den Gottesdienst unter den Gläubigen verteilt.

Mit Applaus bekundeten am Ende die Gläubigen, dass Dechant Blümel gut in der Lindaukapelle aufgenommen worden ist. „Ich hätte nie gedacht, dass man so schnell Oberhesse wird“, sagte Blümel.

von Karin Waldhüter

Mehr lesen Sie am Montag in der Printausgabe der OP.

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