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"Ohne Einsatz der Vereine läuft nix"

Rauschenberg "Ohne Einsatz der Vereine läuft nix"

Noch ist schwer vorstellbar, dass aus der Kratz‘schen Scheune binnen Jahresfrist ein Gemeinschaftshaus für Rauschenberg entstehen soll. Die vorbereitenden Arbeiten für den Ausbau haben jedoch schon begonnen.

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Kurt Seibert, Manfred Hampach, Gerhard Schein und Gunther Wagner (von links) rücken dem gemauerten Fußboden zu Leibe. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Finster, zugig und muffig ist es in dem alten Gemäuer, in dem sich am Freitagnachmittag ein halbes Dutzend Rentner zum Arbeitseinsatz versammelt hat. Ihrem Tatendrang sind noch Grenzen gesetzt, da die Baugenehmigung noch nicht vorliegt. Das bedeutet: Es darf noch nichts unternommen werden, was ein Eingriff in die Substanz des Gebäudes wäre.

So begnügen sich die ehrenamtlichen Helfer zunächst damit, den nicht tragfähigen Fußboden aus der Scheune zu nehmen. Der besteht aus verfugten Backsteinen, die einst einfach in den Sand gelegt wurden. Gunther Wagner nimmt die Spitzhacke und bricht mit einem Schlag einen halben Quadratmeter des gewichtigen Boden raus. Gerhard Schein greift zum Vorschlaghammer und zerlegt das losgebrochene Mauerwerk mit wohldosierten Schlägen in einzelne Steine, die Manfred Hampach und Kurt Seibert in die Schubkarre laden und draußen auf Paletten stapeln.

Was motivierte die Männer zum freiwilligen Arbeitseinsatz an diesem noch so ungastlichem Ort? Aus dem aus der Schwalm zugezogenen Neu-Bürger Gunther Wagner sprudeltes nur so hervor: „Ich bin ein Vereinsmensch. Ohne den Einsatz der Vereine läuft nix für das Gemeinschaftsleben. Da ist jeder gefordert und das kleingeistige Denken, ,müssen wir am Ende mehr arbeiten als dieaAnderen‘, ist völlig fehl am Platz“, sagt der Mann, der schon in seiner alten Heimat maßgeblich am Bau eines Tennis-Vereinshauses beteiligt war. Wagner fordert grundsätzlich mehr soziales Denken in den Vereinen. „Wenn man etwas erreichen will, hilft es nicht, immer nur zu meckern. Man muss auch etwas dafür tun“, fordert er.

Die Einlösungeines Versprechens

Für Manfred Hampach ist die ehrenamtliche Arbeit auch die Einlösung eines Versprechens. „Die Rauschenberger Vereine haben Eigenleistungen zugesagt, und die muss jetzt auch kommen. Ich bin für die Feuerwehr hier“, sagt der Stadtverordnete, der sich viele Mitstreiter wünscht. „Die Sache muss jetzt laufen, denn Ende September 2013 müssen wir fertig sein.“ Hampach ist sicher, dass das gelingt: „Die Vereine stehen hinter der Kratz‘schen Scheune und sie werden Wort halten.“

Welche Vereine sind dabei? Die Männer unterbrechen die Arbeit und überlegen. Am Ende steht folgende Liste, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt: Feuerwehr, Burschenschaft, Kyffhäuser, Theater vom Bau, TSV, Tennis-Verein, Landfrauen, Frauenchor und der Verkehrs- und Verschönerungsverein.

Ortsvorsteher Arno Hebeler ist froh, dass es so viele Vereine sind, denn das Arbeitsprogramm, dass die Rauschenberger „Rentnerband“ unter der Woche und die Mitglieder der Vereine an den Wochenende abarbeiten sollen, ist beträchtlich. Das Innere der Scheune soll komplett ausgekoffert werden, um einen Blick auf Zustand und Dimensionierung der Fundamente zu ermöglichen. Dann soll der Boden im Erdgeschoss vor dem Einbau einer tragenden Betonplatte auf ein einheitliches Niveau gebracht werden, sagt Hebeler im Gespräch mit der OP.

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