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Ostkreis Ölpreis lässt Genossenschaft wachsen
Landkreis Ostkreis Ölpreis lässt Genossenschaft wachsen
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00:19 01.10.2018
Im Inneren des Heizwerks wird derzeit an der Technik gearbeitet. Die beiden Wärmepuffer-Wasserspeicher können nicht benötigte Heizenergie speichern und bei Bedarf ins Nahwärmenetz abgeben. Quelle: Matthias Mayer
Rauschenberg

Der Nahwärme-Begeisterung in Rauschenberg tut das keinen Abbruch. Vor drei Wochen unterschrieb eine Anwohnerin für ihr Haus am Rathaus den 200. Mitgliedsvertrag der Genossenschaft Nahwärme Rauschenberg. Inzwischen sind es 230 Mitglieder, berichtete Dieter Bartelmeß auf Anfrage dieser Zeitung.

Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass die dynamische Entwicklung auf den ­Anstieg der Heizölpreise zurückzuführen ist. „Der Ölpreis-Anstieg bringt uns Kunden“, stellt Dieter Bartelmeß fest. Dazu ­gehören sogar fünf Nachzügler, die dort ans Netz angeschlossen werden wollen, wo die Nahwärme-Gräben schon wieder geschlossen sind.

Nächste Zäsur erfolgt am 8. Oktober

Wie geht es weiter an der Baustelle? Dieter Bartelmeß hat gute Nachrichten für den Mittelpunkt der Altstadt. Der Knotenpunkt Marktstraße, Rathaus, Schmaleichertorstraße werde in der kommenden Woche verfüllt. Damit sei das Rathaus wieder aus drei Richtungen erreichbar. Dieser Status solle auch 
 Auf dem Römer bis zur Arztpraxis erreicht sein. Dieter Bartelmeß weist darauf hin, dass die Zufahrt zum Kinderzeit jederzeit offenbleiben muss.

Die nächste Zäsur erfolgt am 8. Oktober. Dann werden zwischen Arztpraxis und Ortsausgang die Straßen Auf dem Römer und Albshäusertorstraße­ für den Durchgangsverkehr ­gesperrt. Ab diesem Zeitpunkt werden zwei Kolonnen aus Richtung Innenstadt und aus Richtung Heizwerk aufeinander zu arbeiten mit dem Ziel, den Hauptstrang des Nahwärmenetzes möglichst zügig fertigzustellen, wie der Ernsthäuser Architekt berichtete.

Arbeiten sollen Ende November fertig sein

Das Heizwerk ist außen ­herum fertiggestellt – inklusive der beiden je 60.000 Liter Wasser fassenden Wärmespeicher und der Zufahrt zur Holzhackschnitzel-Bunkeranlage. Im Inneren wird die Technik installiert. Zwei Brennkessel und die beiden Förderschnecken, die die Holzhackschnitzel aus dem Bunker in die Kessel transportieren, werden derzeit montiert, so Dieter Bartelmeß.

Nur elf ehrenamtliche Vorstandsmitglieder und Aufsichtsräte haben in Teamarbeit das Großprojekt bisher in ihrer ­Freizeit gestemmt. Ihr Ziel: Bis Ende November sollen die ­Genossenschaftsmitglieder, deren Häuser an der Haupttrasse des zweiten Bauabschnitts liegen, mit Nahwärme von der Fiddemühle und vom Heizwerk versorgt werden: Bahnhofstraße, Schmaleichertorstraße, Auf dem Römer und Albshäusertorstraße.

Wenn es das Bauwetter zulässt, sollen auch die Nebenstränge des Netzes angeschlossen werden, kündigte Dieter Bartelmeß an. Die Holzhackschnitzel bezieht die Genossenschaft von der Genossenschaft Bioenergie­ Marburg-Land, der die Rauschenberger angehören. Sie ermöglicht günstige ­Einkaufspreise, die laut Bartelmeß weit unter dem Heizölpreis liegen.

von Matthias Mayer

Sprechstunde

Eine sich fast täglich verändernde Baustelle kann für die Anlieger der dicht bebauten Altstadt Probleme und Problemchen mit sich bringen. Deshalb bietet das Team der Genossenschaft Nahwärme Rauschenberg an jedem Dienstag ab 19 Uhr im Restaurant Venezia eine Sprechstunde an. Dort können individuelle Probleme gelöst und Fragen beantwortet werden.