Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Nur ein Schritt bis zum Fall in die Tiefe

Fallschirmjäger-Wettkampf Nur ein Schritt bis zum Fall in die Tiefe

Wenn sich die Rampe der Transall in 2500 Metern Höhe öffnet, steigt auch bei sprungerprobten Fallschirmjägern die Spannung vor dem freien Fall.

Voriger Artikel
Sechs junge Störche leben an der Lache
Nächster Artikel
Entscheidung gefallen, Stadt spart Buskilometer

Fallschirmjäger warten in der Transall auf den Sprung. Eine Gruppe geht bereits zur offenen Rampe. Kleines Bild: Ein Soldat aus der Schweiz landet auf dem Sportplatz der Kaserne. Fotos: Weigel/Rinde

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. Eine Hupe dröhnt, fünf Fallschirmjäger machen gleichzeitig einen winzigen Schritt nach vorne und verschwinden in der Tiefe. Aber es geht auch anders: Mit vier fünf Schritten Anlauf springt ein weiteres Team mit Schwung über die Kante der Rampe. Die Transall, das Allzweck-Transportflugzeug der Bundeswehr, kreist an diesem Morgen über dem Flugplatz Ziegenhain. An Bord Fallschirmjäger der Bundeswehr aus den Standorten Seedorf und Zweibrücken, des Kommandos Spezialkräfte aus Calw und Mannschaften aus der Schweiz und Polen.

Der Sprung aus der Transall ist ein Höhepunkt des dreitägigen internationalen Fallschirmjäger-Wettkampfes, den der Stab der Division Spezielle Operationen (DSO) ausrichtet. Es ist ein sportlicher Vergleich der Teams untereinander, aber eben unter militärischen Bedingungen. Auch am Boden mussten die rund 50 Soldaten ganz unterschiedliche Disziplinen meistern, zum Beispiel das Kleiderschwimmen oder einen zwölf Kilometer langen Geländelauf.

Ihre meisten Sprünge absolvierten die Wettkämpfer aus Hubschraubern, die die Stadtallendorfer Bürger in den vergangenen Tagen das ein oder andere Mal sicherlich gehört haben. Eine Königsdisziplin war die gleichzeitige Punktlandung aller Soldaten eines Teams in einem 100 mal 100 Metern großen Feld. „Ein Team hat es geschafft, weniger als eine Sekunde zu brauchen, um alle Springer gleichzeitig am Boden zu haben“, nannte Generalmajor Jörg Vollmer, Kommandeur der DSO, ein Beispiel für eine militärische Spitzenleistung.

Aussetzung der Wehrpflicht trifft DSO nur bedingt

Bei einem Appell am Donnerstagabend ehrte die DSO die Sieger. Gewonnen hat das Team des Kommandos Spezialkräfte, gefolgt vom Team des Fallschirmjäger-Bataillons 263 (Zweibrücken) und dem Fallschirmjäger-Bataillons 373 (Seedorf). Die polnische Mannschaft siegte im Formationsspringen.

Generalmajor Vollmer ging dabei in einer kurzen Ansprache auch auf die Herausforderungen der Divisions-Einheiten in der nahen Zukunft ein. Neben der Umgliederung zur neuen Division Schnelle Kräfte hat der nächste Afghanistan-Einsatz im ersten Halbjahr 2013 Priorität. „Die Soldaten werden dort eine völlig veränderte Situation vorfinden“, machte der Kommandeur deutlich. Denn das nächste Jahr steht bereits im Zeichen des Abzugs von Soldaten und Material der Bundeswehr vom Hindukusch, eine ganz eigene Herausforderung. Mitte 2014 geht die Sicherheitsverantwortung ganz an afghanische Streit- und Sicherheitskräfte über. Deshalb ist die Ausbildung der afghanischen Soldaten eine Kernaufgabe der Bundeswehreinheiten. Aber Vollmer zog für die DSO auch ein Fazit der Folgen der Aussetzung der Wehrpflicht vor einem Jahr. „Uns hat das weniger hart getroffen als mancher erwartet hat“, sagte der Kommandeur für seinen Verband. Einen Grund dafür sieht er in der hohen Attraktivität der DSO bei Interessenten.

Am Donnerstagabend bewirtete die DSO in der Herrenwaldkaserne bei ihrem traditionellen Gästebiwak außerdem rund 1000 Besucher. Das Heeresmusikkorps 300 übernahm die musikalische Unterhaltung.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr