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Nur der kalte Betonboden stört im Exil

Kunstmarkt Nur der kalte Betonboden stört im Exil

Der 39. Kirchhainer Kunstmarkt fand in der Markthalle statt, die der ausrichtende Kirchhainer Künstlerkreis (KKü) ansprechend hergerichtet hatte. 35 Künstler oder Kunsthandwerker zeigten ihre Arbeiten.

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Volle Konzentration: Ulrich Dörr trägt mit einer winzigen Spritzpistole einen Schlangenkopf auf einen Fahrradhelm auf. Landrat Robert Fischbach wurde zum Ehrenmitglied des Kirchhainer Künstlerkreises ernannt und erhielt vom Vorsitzenden Egon Dürfeldt natürlich eine echte Dürfeldt-Urkunde. Fotos: Klaus Böttcher

Kirchhain. Der Kunstmarkt des KKü ist nicht nur der älteste in der Region, sondern auch über die Kirchhainer Grenzen bekannt und beliebt. Daran änderte sich auch bei der 39. Auflage nichts, die wegen der Umbauarbeiten im Bürgerhaus in die Markthalle verlegt wurde. Wir haben die Halle schön gemacht“, erklärte Egon Dürfeldt, der Vorsitzende des KKü.

Viele Besucher äußerten sich lobend über die Ausstellung in der Halle und Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner sagte: „Es ist nicht schlecht, aber wir freuen uns auf das nächste Jahr im Bürgerhaus.“ Landrat Robert Fischbach, der während der offiziellen Eröffnung zum Ehrenmitglied des KKü ernannt wurde, meinte: „Das ist heute in, es ist doch modern, Kunst in alten Hallen zu präsentieren.“ Viele der Künstler, die auf dem Betonboden kalte Füße bekamen, sehnten sich dennoch ins Bürgerhaus zurück.

Die ausgestellten Kunstwerke waren sehr vielfältig. Das reichte von Malereien in den unterschiedlichsten Techniken und Stilarten über Adventsfloristik bis hin zu Arbeiten mit Stoff in verschiedenen Techniken. Kunsthandwerkern konnte man bei der Bearbeitung von Stein, Holz oder anderen Materialien zusehen. So auch bei Ulrich Dörr aus Niederklein, der seine Arbeiten als „innovatives Design“ bezeichnet. Airbrush nennt sich die Technik, mit der er die unterschiedlichsten Gegenstände gestaltet.

12 bis 14 Stunden Arbeitfür ein Schlangen-Motiv

Beim OP-Besuch versieht er gerade einen Fahrradhelm mit einem Schlangenkopf und dem dazugehörigen Körper. Wenn das Kunstwerk fertig ist, soll es aussehen, als schlängele sich das Tier durch den Helm. „Es sind verschiedene Farben, die ich ganz fein in mehreren Schichten aufbringe, so dass die Farben schön verlaufen“, erklärt der Künstler. Vielfach arbeitet Dörr mit seiner Spritzpistole freihändig, nur bei schwierigen Sachen verwendet er eine Schablone, so bei der Schlangenhaut. Durch die Schablonen, die lose aufgelegt oder auch festgeklebt werden, erhält er die gewünschten Konturen. Für das Schlangenmotiv auf dem Helm benötigt der Hobbykünstler 12 bis 14 Stunden. „Anschließend muss der Helm mit Klarlack versiegelt werden“, sagt Dörr. Der Helm koste dann um die 200 Euro. „Ich will damit nicht großartig verdienen, mir macht es Spaß. Ich möchte nur das eingesetzte Material heraus haben“, betont er. Als Drucklufterzeuger benutzt Dörr einen ölfreien Kompressor wie er im Pharmabereich verwendet wird. Zum Aufbringen der Farben werden Düsen unterschiedlicher Strahlstärke benötigt.

Ulrich Dörr verziert nicht nur Helme, sondern Autos, Gitarren, Toilettendeckel, Computer, Handys und vieles mehr, nur auf Glas würden die Farben nicht halten, verrät er. Zur Anwendung kommen wasserlösliche Acrylfarben - außer beim Bodypainting, also der Körperbemalung. Bei der Vorführung am Sonntag sprühte er Schminkfarben auf den Körper eines Models.

von Klaus Böttcher

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