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Ostkreis Notfalls hilft der Gute-Laune-Stein
Landkreis Ostkreis Notfalls hilft der Gute-Laune-Stein
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13:05 12.02.2010

Kirchhain. Frühmorgens in einer Bucht vor Costa Rica. Ein braungebrannter athletischer Surfer treibt einsam auf seinem Surfbrett. Arme und Füße baumeln lässig im Wasser. Hinter dem Strand erwacht der Urwald zum Leben: Nebelschwaden steigen auf, Vögel beginnen zu zwitschern – und Jochen Kirchner fasst einen alles verändernden Entschluss.

Fast zehn Jahre sind seit diesem Tag vergangen. „Ich wollte eine Familie. Ich wollte soziale Kontakte“, sagt der 44-Jährige. Heute ist er verheiratet, hat zwei Kinder und ist Bürgermeister einer mittelhessischen Kleinstadt mit 16.000 Einwohnern. „Das war eine ungeheuere Veränderung – ein kompletter Bruch“, sagt er.

Jochen Kirchner war kein Robinson Crusoe, zumindest nicht in direktem Sinne. Er trug schwarze Anzüge und reiste für seinen Chef um die Welt. „Ich habe dann einfach gekündigt. Niemand hat das verstanden“, erzählt Kirchner. Er hat gut verdient, war erfolgreich und kam in der Welt rum. Aber die Kehrseite der Medaille wog schwerer für den damals Mittdreißiger: „In meinem Job war eine Familie nicht möglich. Die Scheidungsquote im Unternehmen lag bei 90 Prozent“.

Drei Monate später kehrte er nach Deutschland zurück, lernte eine Kirchhainerin kennen und setzte den Startpunkt seines neuen Lebensplans in die Ohmstadt. Durch die Moderation eines Streitgesprächs zwischen überschwemmungsgeplagten Anwohnern und der Stadt Kirchhain wurden zunächst die Grünen auf den Neubürger aufmerksam. Sie witterten eine Chance, mit Kirchner an der Spitze die eingefahrenen politischen Machtverhältnisse in Kirchhain aufzubrechen. Ein Bündnis, geschmiedet aus CDU, FDP und Grünen, machte den Unbekannten schließlich zum Bürgermeisterkandidaten. Ein halbes Jahr später entschied er die Wahl für sich – zur völligen Überraschung seiner Unterstützer.

Seitdem ist auch sein Gesicht stets in den Köpfen der Menschen. Überall in Kirchhain wird er erkannt und angesprochen. „Ich mag es, wenn man mich anspricht“, sagt Kirchner. Sieben Tage die Woche ist er Bürgermeister, seine rar gesäte Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie, die er versucht, so weit wie möglich aus seinem Beruf herauszuhalten. „Meiner Frau ist es unangenehm, wenn sie mit Frau Bürgermeister angesprochen wird“, sagt er. Auch möchte er nicht, dass seine Kinder mit dem Gedanken aufwachsen, sie wären etwas Besonderes, nur weil ihr Vater zum Bürgermeister gewählt wurde.

Einen Plan B für den Fall einer Wahlniederlage hat Kirchner nicht: „Auch wenn ich nicht gewählt werden, werde ich in kein großes schwarzes Loch fallen“, sagt er und ergänzt: „Ich binde mich nicht gerne an Dinge.“ Das einzige, was er stets bei sich trägt, ist ein kleiner glatter Stein – ein Geschenk seiner vier Jahre alten Tochter. „Sie hat ihn mir in die Hand gedrückt und gesagt: ,Papa, das ist ein Gute-Laune-Stein’“, erklärt er. Wenn er morgens aus dem Haus geht und den Stein nicht dabei hat, kommt es auch schon mal vor, dass er zurückgeht und den Glücksbringer holt, „vor allem wenn mir ein schwieriger Tag bevorsteht“.

von Tobias Hirsch

Hier geht es zum Videoporträt.

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