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Noch ist Platz für Bundeslinde

Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" Noch ist Platz für Bundeslinde

Was die Mengsberger Dorfgemeinschaft im Vorfeld des Landesentscheids des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ geleistet hat, lässt sich nur mit einem Wort umschreiben: Waaaahnsinn!

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Ortsrundgang mit Moderator: Ein Funkmikrofon und eine auf einer Sackkarre montierte Verstärkeranlage machten dies möglich.

Mengsberg. Das bezieht sich nur in zweiter Linie auf die gestrige Präsentation vor der Wettbewerbskommission sondern zuerst auf den Ideenreichtum und die unglaubliche Arbeitsleistung, die hinter den gestern vorgestellten Projekten des Regionalsiegers stehen.

Gleichwohl hatte es die Präsentation in sich. Gut 300 Mengsberger im Alter von 0 bis 80 Jahren waren am Morgen zur Schule rauf gekommen, um ihre Verbundenheit mit ihrem Dorf und mit dem Arbeitskreis Mengsberg zum Ausdruck zu bringen. Insgesamt hatte der 46-köpfige Arbeitskreis um Ortsvorsteher Karlheinz Kurz rund 150 Bürgerinnen und Bürger für einen reibungslosen Ablauf des Vormittags mobilisiert.

Schon der Empfang für die neunköpfige Delegation ist generalstabsmäßig geplant. Vor der Grundschule ist geflaggt. Die in grüne Poloshirts mit der Aufschrift „Wir l(i)eben Mengsberg“ AK-Mitglieder erwarten die Gäste am Parkplatz, während die Bürger auf dem Schulhof Spalier stehen. Da stehen sie eine ganze Weile, denn ein Teil der Juroren hat sich erheblich verspätet. Dann brandet Beifalls auf, sie sind da.

„Karlheinz, könne mer ofange?“ fragt eine Lehrerin. Sie können. Und schon legen die Schulkinder der Mundart-AG los, in dem sie sich auf Mengsberger Platt über den Wettbewerb und die Chancen ihres Dorfes austauschen. Eine zweite Schülergruppe gibt dann lautstark und temperamentvoll das „Go“. Und das ist wörtlich zu nehmen. Los geht die 90-minütige Hatz durch den 900 Einwohner zählenden Neustädter Stadtteil und dessen zahlreiche Projekte und Themen. Mehr Zeit lässt der Wettbewerbsrahmen nicht zu. Über die Einhaltung des Zeitplans wacht penibel ein eigens eingerichtetes Zeitmanagement.

So haben die Sprecher der fünf Arbeitsgemeinschaften kaum Zeit zum Luftholen, als sie die inhaltlich wie optisch perfekt gestalteten Schautafeln erläutern. Im Eiltempo hasten sie durch die allgemeine Entwicklung des Schwälmer Dorfes, die bürgerschaftlichen Aktivitäten und Selbsthilfeeinrichtungen in Mengsberg, die Baugestaltung und -entwicklung, die Grüngestaltung und -entwicklung sowie das Dorf in der Landschaft.

Eigenleistung zähltim Mitmacherdorf

Ein Fülle von Informationen prasselt auf die Juroren ein, die anschließend auch beim Rundgang durch den Ort erfahren, mit welch großer Bandbreite von Themen sich die Mengsberger beschäftig haben und noch beschäftigen.

Die reichen von der Vernetzung der 23 kartierten Mengsberger Biotope mit den Biotopen in Momberg über die Initiative AG 60 plus zum Erhalt der Lebensqualität der Generation ü 70 bis zur Etablierung neuer Feste wie Weihnachtsmarkt und Museumstag.

Und an jeder Ecke zeigen sich Eigeninitiative und Eigenleistung in massiver Form. Da ist das großzügige Mengsberger Freizeitgelände mit zwei Sportplätzen, zwei Reitplätzen, einer Reithalle, einer modernen Grillhütte, Festplatz und Hallenbad,. Der neue Spielplatz, die aufwändige Umgestaltung des Floriansplatzes und des ehemaligen Löschteiches, das Insektenhotel, die reaktivierte Mengsberger Wasserleitung, der Kinderwald, der Kinder- und Naturlehrpfad - das alles entstand in Eigenleistung, wie auch die vom Jugendclub gebaute Mountainbike-Strecke. Und die Eigenleistungen haben sich in Mengsberg längst verselbstständigt. Karl-heinz Kurz berichtet von Anwohner-Gemeinschaften, die den riesigen Pfarrgarten, den Lindenplatz und den Kopfhainbuchen-Wald pflegen.

Zum Schluss durfte die Kommission am Lindenplatz Hand anlegen und eine Hessenlinde“ pflanzen. „Wir haben auch noch Platz für eine Bundeslinde“, stellt Kurz vielsagend an die Adresse der Kommissionsvorsitzenden Hiltrud Schwarze fest. Ob es zum Landessieg und der Teilnahme am Bundeswettbewerb reicht? „Sie stehen wirklich gut da“, versichert Hiltrud Schwarze nach dem Besuch des achten von 15 Wettbewerbsdörfern. Die Entscheidung fällt am 7. Juli.

von Matthias Mayer

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