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Ostkreis Niederklein scheitert an neuen Regeln
Landkreis Ostkreis Niederklein scheitert an neuen Regeln
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06:16 22.03.2012
Niederklein will den Wunsch, ins Dorferneuerungsprogramm zu kommen, nicht aufgeben. Quelle: Thorsten Richter
Niederklein.

Inzwischen hat es die Stadt Stadtallendorf schriftlich, Niederkleins Ortsvorsteher Hartmuth Koch ist informiert: Stadtallendorfs größter Stadtteil hat vorerst keine Chance, in das segenspendende Dorferneuerungsprogramm aufgenommen zu werden. Vom Fachbereich Ländlicher Raum der Kreisverwaltung gab es eine Absage.

Denn das Land Hessen hat sein Verfahren für die Aufnahme in das Förderprogramm verändert. Die langgehegte Praxis, einzelne Dörfer in das Programm aufzunehmen, gibt es nicht mehr. In der Zukunft nimmt das Land nur noch komplette Städte oder Gemeinden mit Förderschwerpunkten auf. Außerdem greift bei Stadtallendorf eine neue Vorgabe der Bank, über die die Landeszuschüsse ausgezahlt werden. Demnach haben Städte oder Kommunen, die seit 2008 einen Stadtteil bereits im Programm haben, keine Chance, einen weiteren dort unterzubringen, schon gar nicht nach den bisherigen Regeln. In Stadtallendorf befindet sich Hatzbach seit 2009 im Dorferneuerungsprogramm. Damit bleibt Niederklein vorläufig außen vor.

Niederkleins Ortsvorsteher Hartmuth Koch hat gefasst auf diese Nachricht reagiert, da die Vorzeichen bei der Antragsstellung die jetzt entstandene Situation bereits andeutete. "Aber wir wollen nicht aufgeben, auch wenn wir enttäuscht sind", betont Koch im Gespräch mit dieser Zeitung. Koch weist auch auf ein weiteres Manko im Zuge der Richtlinien-Änderung hin: Das Land zahlt künftig geringere Förderzuschüsse. So erhöht sich der städtische Anteil an den Kosten einzelner Projekte von 55 auf 65 Prozent. Hartmuth Koch sieht trotz allem großen Bedarf für das Programm, verweist exemplarisch auf die Probleme im historischen Dorfkern. Doch wann Niederklein wieder eine realistische Chance auf die Aufnahmen in das Programm haben wird, lässt sich noch nicht absehen. Das käme allem Anschein nach dem Blick in die Kristallkugel gleich.

Niederklein wird auch künftig Konkurrenz haben

„Ab wann dies in solchen Fällen wieder möglich sein wird, sagt das Land Hessen noch nicht“, erläutert Dr. Markus Morr, Pressesprecher der Kreisverwaltung. Unabhängig davon wird es bei einer weiteren Niederkleiner Bewerbung in jedem Falle Konkurrenz aus anderen Städten im Kreis geben. In diesem Jahr gebe es schon mehr Bewerbungen nach den neuen Richtlinien als es für den Kreis Marburg-Biedenkopf Plätze geben, erläutert Morr. Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) steht hinter dem Niederkleiner Ansinnen auf eine Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm. Da wird es seitens der Stadt sicherlich jede Unterstützung geben, wenn es der Niederkleiner Ortsbeirat wünscht", betont Somogyi auf Anfrage. Niederklein brauche das Förderprogramm, um neue Entwicklungsmöglichkeiten zu erhalten. Auch die mit dem Programm Ideen und Impulse von außen seien wichtig. „Ich fände es gut, wenn sich für Niederklein ein Kooperationspartner fände“, sagt Somogyi ebenso. Koch äußerte gegenüber der OP bereits einen Gedanken: Wie stünde es beispielsweise mit Schweinsberg, dem Stadtteil, bei dem die Dorferneuerung bereits am längsten zurückliegt. Schweinsberg befand sich von 1987 bis 1998 im Förderprogramm.

Am Mittwoch tagt der Ortsbeirat Niederklein. Offiziell steht dort das Thema Dorferneuerung nicht auf der Tagesordnung, soll aber während der Sitzung erörtert werden. Der Ortsbeirat befasst sich auch mit dem Thema Bürgerhaus-Öffnung während der Ferien. Beginn ist um 20 Uhr im Bürgerhaus.

von Michael Rinde