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Neustädter Schüler helfen Kindern in Peru

Kinder helfen Kindern Neustädter Schüler helfen Kindern in Peru

Durch eine Projektwoche mit abschließendem großen Flohmarkt auf dem Gelände der Waldschule kamen 2.594 Euro für ein Westfalia-Kinderdorf in Lima/Peru zusammen.

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Zum Flohmarkt- und Projektwochenprogramm gehörte auch eine Gesangsdarbietung.

Quelle: Klaus Böttcher

Neustadt. Schüler der Neustädter Waldschule suchten zu Hause nach Spielzeug, Büchern oder anderen Sachen, die sie auf dem Flohmarkt verkaufen konnten. Die Mädchen und Jungen wussten, wofür sie sich ins Zeug legen. Im Religionsunterricht haben sie einiges über Peru und besonders über die Kinder mit armen Eltern erfahren. Speziell wollten die Kinder der Martin-von-Tours-Schule durch ihr Erntedankprojekt einem Kinderdorf bei Lima helfen.

Schon seit Jahren spenden Kinder der Neustädter Waldschule den Erlös ihrer Projektwoche. In der Woche verkauften die Kinder in den Pausen Backwaren und am Ende der Woche zeigten sich beim Flohmarkt die Eltern oder Großeltern spendabel. Im Bistro wurden Kaffee, Tee und Kuchen angeboten und draußen erlebten die Besucher außer dem Flohmarkt Tanz- und Gesangvorführungen. Innerhalb der Woche gab es auch einen Erntedankgottesdienst den eine Religionsgruppe der Sechstklässler gestaltete.

Ein Lehrer stockte den Spendenbetrag aufgrund seines Geburtstages um 500 Euro auf, so dass am Ende über 2.500 Euro zusammenkamen. Eine Hälfte erhält in diesem Jahr Mutter Jobita, die für arme Straßenkinder kocht und jetzt dringend Geld benötigt für die Operation ihres eigenen Sohnes.

In dem peruanischen Kinderdorf Cienguilla leben derzeit etwa 100 Kinder im Alter von 2 bis 18 Jahren in acht Familienhäusern mit je einem Ersatzelternpaar. Die Kinder werden oftmals elternlos und bettelnd in den Straßen von Lima aufgegriffen und können außer ihrem Namen nichts über sich, ihre Herkunft oder ihr Schicksal erzählen. In Cienguilla kümmern sich Ersatzeltern, Psychologen und weitere Betreuer liebevoll um die Kinder und versuchen herauszufinden, woher die Kinder stammen und welches traumatische Erlebnis sie so „sprachlos“ werden ließ.

Immer wieder passiert es, dass Kinder in das Dorf kommen, die weder ihren Namen noch ihr Geburtsdatum wissen. In einer Feier am Tag des Kindes wird den Kindern dann ein Name und ein Geburtsdatum gegeben, so dass sie auch einmal im Jahr Geburtstag feiern können. Die Kinder haben in dem Dorf einen normalen Tagesablauf mit Schul- und Kindergartenalltag, aber auch mit Arbeiten in eigenen Werkstätten, wozu Schreinerei, Schlosserei oder Schusterwerkstatt gehören. Eine Dorfbäckerei, Gemüsegarten und Haustiere sind Bestandteil der Selbstversorgung in dem Dorf, in dem arme Straßenkinder wieder aufblühen. Das Kinderdorf ist immer von Spenden abhängig.

von Klaus Böttcher

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