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Fraktionen stellen keinen Kandidaten

Bürgermeisterwahl Neustadt Fraktionen stellen keinen Kandidaten

Am 28. Oktober treten die Neustädter an die Urnen, um ihren Bürgermeister zu wählen. Momentan sieht es so aus, als könnten sie sich dann nur zwischen Ja oder Nein zum Amtsinhaber entscheiden.

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Der Neubau des Hauses der Begegnung und die Schwimmbad-Sanierung haben noch nicht begonnen, dennoch hat Thomas Groll schon einen Bauarbeiterhelm anprobiert.

Quelle: Florian Lerchbacher

Neustadt. Die Kommunalpolitiker in Neustadt sind zufrieden mit der Arbeit von Amtsinhaber Thomas Groll: Das geht sogar so weit, dass weder die SPD – die bei den vergangenen Jahren jeweils Georg Metz ins Rennen geschickt hatte – noch die FWG einen Grund sehen, einen eigenen Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl Ende Oktober zu stellen.

„Der Bürgermeister macht im Moment gute Arbeit und belegt alle Themen“, lobt SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Gerhard Gatzweiler und ergänzt: „Wir haben überlegt, ob es etwas gibt, wo die Stadt anders aufgestellt sein müsste – aber nichts gefunden.“

Zwischenzeitlicher Wechsel für Großprojekte nicht förderlich

Ähnlich sieht das Karsten Gehmlich (FWG): „Thomas Groll hat das Projekt 2025 ausgerufen und wir haben viele gemeinsame Projekte auf den Weg gebracht. Er soll die Möglichkeit bekommen, das zu Ende zu bringen, was er angefangen hat.“ Der freie Wähler zieht einen Vergleich zum Fußball: „Braucht man neue Impulse, wechselt man den Trainer. Wenn man aber gerade am aufsteigen ist, macht man das nicht.“

Er findet sogar, dass der Bürgermeister mit dem Neubau des Hauses der Begegnung, der Sanierung des Schwimmbades oder der sozialen Stadt genug zu tun hat und ein zwischenzeitlicher Wechsel für den Ablauf der Großprojekte nicht förderlich wäre: „Wir wollen gemeinsam für Neustadt das Beste erreichen und nicht irgendeinen Kasperkram machen.“

„Der Bürgermeister ist gut vernetzt, führt parteigrenzenübergreifende Gespräche und bindet uns ein. Ich sehe keinen Grund, warum wir einen anderen Schwerpunkt setzen sollten“, sagt Gatzweiler und erinnert sich an die Wahl im Jahr 2013. Damals sei Groll in der Bevölkerung nicht so gut angekommen und die SPD habe den Wählern einen anderen Stil anbieten wollen: „Aber diese Probleme sehen wir nicht mehr. Thomas Groll hat ein Stück weit an sich gearbeitet.“

Zitat

„Dass wir keinen Gegenkandidaten stellen bedeutet nicht, dass es keinen Gegenwind gibt, wenn dieser nötig ist.“  Karsten Gehmlich (FWG)

Der Sozialdemokrat fordert für die Zukunft, dass der Rathauschef die Kommunalpolitiker seine Mitstreiter weiterhin frühzeitig über Entwicklungen informiert, weiterhin Anregungen annimmt und „lösungsorientiert arbeitet“. Dem schließt sich Gehmlich an. Noch dazu sei es wichtig, so viele Bürger wie möglich bei den Projekten „mitzunehmen“ und „im gegebenen Rahmen“ auf ihre Wünsche und Anregungen einzugehen.

Einen Freifahrtschein erteilten die Fraktionen durch den Verzicht auf eigene Kandidaten jedenfalls nicht: „Dass wir keinen Gegenkandidaten stellen bedeutet nicht, dass es keinen Gegenwind gibt, wenn dieser nötig ist.“

Der Amtsinhaber selbst sieht die Entscheidung der Fraktionen als „Ausdruck für unser gutes Miteinander“ sowie als „Wertschätzung“ seiner Arbeit: „Außerdem stimmen unsere Ansichten in den zentralen Punkten der Stadtentwicklung überein.“ Gleichwohl hofft Groll auch, dass die Bürger ihn mit großer Mehrheit in seine dritte Amtszeit schicken: Dies wäre für ihn ein wichtiges Si­gnal nach außen – insbesondere an Verhandlungspartner – dass die Stadt möglichst geschlossen hinter ihm steht.

Groll: „Neustadt 2025 heißt mein großes Ziel."

„Wir sind auf dem besten Weg, dass unsere Stadt lebenswert bleibt“, kommentiert CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Dieter Georgi und freut sich, die gemeinsame Arbeit mit Groll fortzusetzen. Er habe großes Vertrauen und sei sich sicher, dass der Bürgermeister seine Arbeit mit großem Elan fortsetzen werde. „Sollte er eines Tages amtsmüde werden, was wir nicht erwarten, dann würden wir sicher kein Problem haben, ihn wieder zu wecken“, sagt Gehmlich.

Und auch Gatzweiler fürchtet nicht, dass Groll sich auf die faule Haut legt: „Ich bezweifle, dass er abhebt. Es gibt so viele große Projekte, die er nun parallel abwickeln muss – das ist eine große Herausforderung. Aber Thomas Groll hat auch einen hohen Ehrgeiz.“

Und den will dieser behalten: „Neustadt 2025 heißt mein großes Ziel. Wir haben so viel vor und sind gerade erst dabei, die Weichen zu stellen. Es gibt keinen Grund abzuheben oder die Arbeit schleifen zu lassen.“ Das gelte auch für die ganze Stadtverwaltung, die mitten in den Vorbereitungen der Großprojekte stecke und sehr viel leiste.

Auch wenn die Fraktionen keinen Gegenkandidaten stellen, heißt das natürlich nicht, dass Thomas Groll alleine auf dem Wahlzettel stehen wird. Bis 69 Tage vor der Wahl können Bewerber ihre Unterlagen einreichen. Sie benötigen dafür nur 46 Neustädter, die sie mit ihrer Unterschrift unterstützen.

von Florian Lerchbacher

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