Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Neustadts Müllgebühren sollen sinken

Neue Gebühren Neustadts Müllgebühren sollen sinken

Vor drei Jahren führte die Stadt Neustadt beim Abfall eine neue Gebührenordnung ein. Nun steht die erste „Anpassung“ bevor, bei der es sich - zum Glück für die Bürger - um eine Senkung bei Rest- und Biomüll handelt.

Neustadt. Wenn die Stadtverordneten am 16. Dezember zu ihrer letzten Sitzung des Jahres zusammenkommen, legt ihnen der Magistrat der Stadt Neustadt eine neue Gebührenordnung vor, an der es eigentlich keine Kritik geben sollte: Beim Restmüll müssen die Bürger - falls die Versammlung zustimmt - ab dem 1. Januar rund elf Prozent weniger zahlen, beim Biomüll rund acht Prozent. Jährlich zahlen die Neustädter bisher bei einem dreiwöchentlichen Abfuhrrhytmus zum Beispiel für ein 80-Liter-Gefäß 125,40 Euro - dieser Betrag soll auf 112,80 Euro sinken. Mehrpersonen-Haushalte, die eine 60-Liter-Tonne nutzen, sollen künftig statt 95,40 Euro nur noch 85,20 Euro berappen. Und natürlich behält die Stadt auch ihre Sonderregelung für Ein-Personen-Haushalte bei: Diese zahlen künftig für ein 60-Liter-Gefäß (nur bei dieser Tonnengröße gibt es Rabatt) 73,20 Euro - statt bisher 80,40 Euro.

Die Kosten für den Restmüll sinken beispielsweise bei einer 60-Liter-Tonne von 30,60 Euro jährlich auf 28,80 Euro oder bei einem 120-Liter-Behältnis von 56,40 Euro auf 51,60 Euro. Auch dort bleibt eine Sonderregelung erhalten: Die Abfuhr erfolgt alle zwei Wochen - allerdings zwischen dem 15. November und dem 15. März nur alle drei Wochen.

„Ein bisschen Sorgen machen wir uns wegen des Sperrmülls“, sagt Bürgermeister Thomas Groll. Nachdem die Stadt ihr System auf Abholung umgestellt hatte und Sperrmüll nur noch auf Bestellung gegen eine Gebühr von 20 Euro abgeholt wird, sank die Müllmenge von 258 Tonnen im Jahr 2010 auf 84 Tonnen im Jahr 2011. Im Jahr 2012 waren es dann schon wieder 150 Tonnen, für dieses Jahr geht die Stadt von 160 Tonnen aus. Dass der Betrag von 20 Euro nicht kostendeckend sei, hatte Groll bereits während der Einbringung des Haushaltsplanentwurfs 2013 gesagt. Nun sieht er Handlungsbedarf.

Der Magistrat strebt an, auf dem Festplatz einen „kleinen Recyclinghof“ einzurichten. Dort sollen Bürger Sperrmüll, Elektroschrott, Bauschutt und vieles mehr abgeben können - natürlich gegen Gebühr. Wie hoch diese ausfallen wird, steht allerdings noch nicht fest. Sie müssten kostendeckend sein, wirft der Bürgermeister ein. Allerdings müssten Neustädter dann auch nicht mehr extra zur Müllumladestation nach Marburg-Wehrda fahren, um diese Abfälle abgeben zu können. Zudem solle es auch die Möglichkeit geben, Grünabfälle „unter Daumenstärke“ abzugeben. „Mit dieser Maßnahme wird die zuletzt aufgekommene Kritik an den Häckselterminen aufgegriffen“, heißt es in der Magistratsvorlage - in der auch erwähnt ist, dass die Kommune für diese Termine keine Kosten mehr tragen muss, da die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) die Aufgabe übernommen habe. Mit der ALF führt die Stadt auch Gespräche über die Verwirklichung eines eigenen Recyclinghofs.

Rund 20000 Euro würde die Umsetzung der Idee kosten, zum Beispiel für die Anschaffung einer Waage, von Toren für den Festplatz, Containern und so weiter, schätzt Groll und ergänzt: Im Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2014 sei die Investition bereits vorgesehen.

Die zweckgebundene Müllrücklage beziffert das Stadtoberhaupt auf rund 100000 Euro. Sie würde und werde weiter „abgeschmolzen“, „um die Gebühren zu stabilisieren.“

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis