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Neustadt kämpft mit starkem Gegenwind

Windkraft Neustadt kämpft mit starkem Gegenwind

Das Regierungspräsidium hat aufgrund von Berechnungen die Flächen zusammengestrichen, die für Windenergieanlagen geeignet sind. „Wir haben Messwerte“, kontert Bürgermeister Thomas Groll.

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Am Krückeberg sind inzwischen 19 Windräder entstanden. Messungen zufolge herrscht dort eine Windgeschwindigkeit von mehr als 6,2 Metern pro Sekunde.Archivfoto: Matthias Mayer

Neustadt. Seit einigen Monaten laufen in Stadtallendorf und Neustadt die Überlegungen, am Krückeberg in interkommunaler Zusammenarbeit sechs Windräder aufzustellen und die Bürger zu beteiligen. Diesen Plänen macht der neue Teilregionalplan Energie, den das Regierungspräsidium (RP) in der vergangenen Woche präsentierte, einen Strich durch die Rechnung. Alle Flächen mit einer Windgeschwindigkeit von 5,75 Metern - ursprünglich lag die Mindestgeschwindigkeit bei 5,5 Metern - fielen heraus. Der Plan basiere auf Berechnungen des TÜV. Den Städten lägen aber tatsächliche Messwerte vor: Die Windgeschwindigkeit liege am Krückeberg zwischen 6,2 und 6,5 Metern pro Sekunde, betont Neustadts Bürgermeister Thomas Groll und fügt hinzu: „Ich gehe mal stark davon aus, dass nur wenige Meter weiter südlich die gleichen Voraussetzungen herrschen.“

Gemeinsam mit seinem Stadtallendorfer Amtskollegen Christian Somogyi will er sich dafür einsetzen, dass das Regierungspräsidium die Fläche wieder im Plan aufnimmt. Dafür gebe es neben der ausreichenden Windgeschwindigkeit mehrere Gründe: „Das Projekt soll in interkommunaler Zusammenarbeit entstehen. Zudem wird dort früher oder später die Autobahn entlangführen.“

Die Anlagen würden weiter entfernt als die bisherigen Windräder von Speckswinkel und Erksdorf stehen, betonen die Bürgermeister. 1500 bis 1600 Meter sei als Entfernung nach Erksdorf geplant, betont Somogyi, während Groll noch einmal hervorhebt, dass sich die Bürger beteiligen können: „Wir wollen bürgerschaftliches Engagement, keinen Investor.“

Weniger optimistisch ist der Neustädter bei den anderen auserkorenen Plätzen: Die Pläne für den Mengsberger Wald werden wahrscheinlich im Papierkorb landen, da das RP dort neben der ungenügenden Windgeschwindigkeit Gründe des Vogelschutzes anführt und den Wald als „avifaunistischen Schwerpunkt“ bezeichnet.

In Zurückhaltung übt er sich bei der angedachten Kooperation mit Kirtorf: Auch dort habe das RP die Flächen zusammengestrichen. Richtung Arnshain seien zwar noch 31 Hektar und somit genügend Platz für drei Windräder geblieben, allerdings bliebe für die Anlagen der Nachbarn nur Standorte, die weiter weg lägen. Summa summarum will er in seiner Stellungnahme zum Teilregionalplan Energie das RP auffordern, zum alten Mindestwert von 5,5 Metern pro Sekunde zurückzukehren.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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