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Neustadt ist jetzt im Müllabfuhrzweckverband

Der Vertrag ist unterzeichnet Neustadt ist jetzt im Müllabfuhrzweckverband

Der Müllabfuhrzweckverband Biedenkopf weitet seine Grenzen aus, reicht ab dem 1. Januar 2019 bis in den östlichen Winkel des Kreisgebietes und betreut dann rund 110.000 Kunden in 14 Kommunen.

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Geschenke auspacken macht Freude. Christoph Felkl (von links), MZV-Geschäftsstellenleiterin Anja Reichel, Neustadts Bürgermeister Thomas Groll, Verwaltungsmitarbeiterin Gitta Kurz und der Erste Stadtrat Wolfram Ellenberg schauen sich die Lernmittel der Kita-Aktivkiste an.

Quelle: Gianfranco Fain

Neustadt. Zu einem durchaus denkwürdigen Moment trafen sich gestern zwei Bürgermeister und ein Erster Stadtrat in der Breidenbacher Gemeindeverwaltung. Dort empfing Christoph Felkl als Verbandsvorsteher seinen Amtskollegen Thomas Groll sowie Wolfram Ellenberg. Beide reisten aus Neustadt an, um am Sitz des Müllabfuhrzweckverbands (MZV) Biedenkopf den Vertrag zu unterzeichnen, der Neustadt ab dem 1. Januar 2019 zum 14. Mitglied des Entsorgungsverbunds macht.

„Manche Wege geht man besser gemeinsam“, begründete der Neustädter Bürgermeister Groll die Wahl der Stadt. Diese habe vor der gleichen Entscheidung gestanden wie zu Beginn dieser Dekade. Damals entschied sich Neustadt gegen ein Beitrittsgesuch, weil der MZV laut Groll „nicht so wirtschaftlich aufgestellt war“. Das sei nun der Fall und die Verantwortlichen in Neustadt davon überzeugt, den richtigen Schritt zu tun. Selbst die Berichte über die „holprige Umstellung auf ein neues Abfuhrunternehmen waren in Neustadt kein Thema“, sagte Groll.

Man werde mit Spezialisten in der Abfallentsorgung zusammenarbeiten, was auch die eigenen Verwaltungsmitarbeiter entlasten werde. Das zeige schon die rekordverdächtige Zeit – von Januar bis August –, in der die Entscheidungen getroffen sowie die technischen Voraussetzungen geschaffen wurden. In diesem Zusammenhang lobte Groll das Wirken von Gitta Kurz und der MZV-Geschäftsstellenleiterin Anja Reichel, die es „vernünftig umsetzen werden“. Davon geht auch Felkl aus. „Wir können den 1. Januar auf jeden Fall halten“, sagte der Verbandsvorsteher, weil die Mitarbeiter der Geschäftsstelle und in Neustadt „einen tollen Job erledigten“. Erfreulich zügig sei es seit der Kontaktaufnahme zur Entscheidung gekommen, obwohl der MZV zu dieser Zeit „einige Baustellen“ hatte. In Neustadt habe man trotz der Probleme bei der Umstellung auf ein neues Abfuhrunternehmen die Ruhe bewahrt und sich an der Sache orientiert, was keine Selbstverständlichkeit sei.

Auf eine problemlose Umstellung setzt auch Geschäftsstellenleiterin Reichel. Man habe schon bei der Abfuhr-Ausschreibung auf die Möglichkeit von Neuaufnahmen geachtet. Nun seien nur noch ein Teil der Erfassungsbögen einzuholen.und die Daten ins Behälter-Management-System einzupflegen. Dann erfolge die Umstellung von 60- auf 80-Liter-Tonnen, die mit einem Erfassungschip versehen im November in Neustadt ausgeliefert werden.

Zwei Konventionalstrafen im fünfstelligen Bereich

Mitte November erhalten die Neustädter Bürger dazu ein Informationsschreiben. Reichel teilte zudem die Entscheidung des Vorstandes mit, der Stadt Neustadt als Willkommensgeschenk fünf Kita-Aktivkisten im Wert von jeweils 350 Euro für die Kindergärten der Stadt zu übergeben. Diese dienen dazu, den Kindern auf spielerische Weise das Thema Mülltrennung und -vermeidung näherzubringen.

Verbandsvorsteher Felkl bekräftigte auf Nachfrage der OP seine Erwartung, dass die Umstellung in Neustadt problemloser als die zu Beginn dieses Jahres laufen werde.
Die Anzahl der Beschwerden über nicht entleerte Tonnen ging seit Juni kontinuierlich zurück. In diesem Monat habe der MZV, nach „vielen Gesprächen über nicht erfüllte Erwartungshaltungen“, erstmals die Karte Vertragsstrafe gezogen, ließ dieser im Juli erneut eine „im mittleren fünfstelligen Bereich“ folgen.

Ein erfahrener Disponent des Abfuhrunternehmens habe dann mehr Struktur ins System gebracht, was auch zu weniger Fehlern führe. Angesichts dieser Entwicklung und des Mehraufwands an Arbeit in der Geschäftsstelle und der Vielzahl von Beschwerden der oftmals selben Kunden hätte der Vorstand ein bis zwei Monate eher zu diesem Mittel greifen sollen, bemerkt Felkl selbstkritisch. Nun sei man aber zuversichtlich, dass alle Kunden nun ordentlich bedient werden.

von Gianfranco Fain

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