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Neues Ziel: Runde durch die Kernstadt

Bürgerbus Kirchhain Neues Ziel: Runde durch die Kernstadt

Der Kirchhainer Bürgerbus ist ein noch junges ­Sozialprojekt. Dennoch entwickelt sich das von Bürgern für Bürger gemachte Vorhaben bereits sehr dynamisch.

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Der Kirchhainer Bürgerbus fährt an der End-Haltestelle am Busbahnhof vor. Die Haltestelle ist Ausgangspunkt für die drei Touren,  die immer montags, dienstags und donnerstags die zwölf Stadtteile mit der Kernstadt verbinden.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Wer was über den Bürgerbus wissen möchte, sollte bei Herbert Landmesser anrufen. Der Projektleiter und Vorsitzende der Awo Kirchhain hat den Bürgerbus in den vergangenen Wochen zu seinem zweiten Wohnzimmer gemacht. Er fährt immer wieder Touren mit, um mit den Fahrgästen ins Gespräch zu kommen, mehr über deren Wünsche und Vorschläge im Zusammenhang mit dem Bürgerbus zu erfahren und, wenn es angezeigt ist, beim Ein- und Aussteigen behilflich zu sein.

Hier das PDF der Grafik:

Diese Art von Kundennähe hilft, den Bürgerbus Schritt für Schritt zu füllen. „Manchmal transportieren wir nur Luft. Viele Kirchhainer haben trotz aller Publikationen noch nicht realisiert, dass der Bürgerbus mit seinen ehrenamtlichen Fahrern tatsächlich unentgeltlich, verlässlich und pünktlich nach Fahrplan fährt“, betreibt Herbert Landmesser Ursachenforschung.

Hauptzielgruppe des Bürgerbusses sind laut Herbert Landmesser Senioren-Haushalte, in denen es kein Auto (mehr) gibt und die ihre Ziele in der Kernstadt nur eingeschränkt mit Linienbussen erreichen. Die fahren nach seiner Erkenntnis häufig nach Wetterlage mit. Die Regenperioden der vergangenen Wochen waren dem Fahrgast-Aufkommen nicht förderlich. Herbert Landmesser und die hoch motivierten Fahrerinnen und Fahrer lassen sich davon nicht beeindrucken. Die seit fünf Jahren existierende ­Weimarer Bürgerbus-Gruppe habe fast ein Jahr gebraucht.

Wünsche der Bürger werden umgesetzt

Gleichwohl ist es dem Bürgerbus-Team gelungen, eine ganze Reihe von Stammgästen zu gewinnen, die zum Großteil in Burgholz, Emsdorf, Betziesdorf und Anzefahr zu Hause sind. Die Rückmeldungen von Fahrgästen gegenüber dem Fahrerteam und Projektleiter sind durchweg positiv. Dabei bekam das Team neben Lob auch konstruktive Wünsche zu hören, ­deren zwei nun umgesetzt werden sollen.

„Langenstein braucht, so die Rückmeldungen, eine zweite Bushaltestelle. Der Weg von und zur Bushaltestelle am  Backhaus ist für einige Bewohner des Oberdorfs zu weit und zu beschwerlich“, sagte Herbert Landmesser. Die Einrichtung einer zweiten Haltestelle im Oberdorf sei bereits auf den Weg gebracht. Diese solle an der Kreuzung Hintergasse /Am Langenstein entstehen.

Wünsche aus der Bürgerschaft, mit dem Bürgerbus abseits gelegene Wohngebiete zu bedienen, sollen gleichfalls umgesetzt werden. An den drei Fahrtagen Montag, Dienstag und Donnerstag soll es im Anschluss an die drei Touren über die Stadtteile eine vierte Tour durch die Kernstadt geben. Um 14.15 Uhr geht es am Busbahnhof los. Angefahren werden die Wohngebiete Steinbachsgraben, Haus Elisabeth, Heilpädagogische Gemeinschaft, Eichhänzchen, Heinrich-Weber-Halle, Hallenbad und Schaffenrathstraße. Von dort geht es zu den Supermärkten und dem Ärztehaus. Zwischenstopps gibt es auf dem Marktplatz und am Bahnhof. Die Rückfahrt erfolgt ab 16.30 Uhr vom Busbahnhof  aus.

Die Notwendigkeit für diese vierte Linie erklärt Herbert Landmesser am Beispiel Eichhänzchen. Die einstigen Bauherren seien inzwischen zum Teil im Alter der Bürgerbus-Zielgruppe. In der abseits gelegenen Siedlung halte ein Linienbus. Möglich mache die geplante Erweiterung allein das großartige Engagement des Fahrerteams.

von Matthias Mayer

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