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Neues Haus und neuer Brunnen

Neues Haus und neuer Brunnen

Immer erstaunlichere Dimensionen nimmt das Kenia-Projekt vom Mareike und Claus Müller aus Kirchhain an.

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Die kleine Agneta (vorn) kann jetzt zur Freude der Heimbewohner stehen. Das zweite Gebäude ist im Rohbau fertig. Fotos: privat

Kirchhain. Vor vielen Jahren war das Ehepaar bei einem Urlaubsbesuch in einem Vorort der kenianischen Hauptstadt Mombasa schockiert gewesen über die ärmlichen und hygienisch katastrophalen Verhältnisse, in denen Waisenkinder von an Aids und anderen Krankheiten verstorbenen Eltern dort untergebracht waren. Deren Waisenhaus hatte eher einem Ziegenstall als einer menschlichen Behausung entsprochen.

Seit 2008 hat das Rentnerehepaar nun mit großem persönlichem Engagement die Initiative zum Bau eines neuen Waisenhauses, das sich „Shining Orphans Children Home“ nennt, auf einem eigens dafür gekauften Grundstück übernommen und die Betreuung der dort mittlerweile 27 untergebrachten Waisenkinder ins Leben gerufen. Möglich wurde dies allerdings nur durch die vielen Spenden, die Mareike und Claus in den vergangenen Jahren gesammelt haben.

Im vergangenen Jahr wurde ein rund 30 Meter tiefer Brunnen für die Brauchwasser-Versorgung fertiggestellt. Jetzt können sich die Müllers über eine Vergrößerung des Grundstücks und den Neubau eines zweiten Gebäudes freuen. Den Grundstein dazu gab die großzügige Zuwendung in Höhe 20000 Euro eines anonymen Spenders. Weitere Spenden in Höhe von 16000 Euro tragen zur Verwirklichung des Projekts bei.

„Das Waisenhaus besteht nun seit drei Jahren, und in dieser Zeit hat sich immer etwas getan“, sagte Mareike Müller. Die beginnende Pubertät der älteren Kinder mache den Erweiterungsbau nötig. 150 Quadratmeter boten Platz für einen einen großen Aufenthaltsraum, vier Schlafräume und Sanitärräume erklärte sie.

Bei der Bauausführung verlassen sich die Müllers auf eine einheimische Firma, die das Gebäude in massiver Bauweise schlüsselfertig herstellen soll. „So profitiert auch die dortige Wirtschaft von dem Projekt. Bis jetzt läuft alles prima. Anfang des kommenden Jahres soll das Haus bezugsfertig sein“, berichtete Claus Müller. Die Eheleute halten ständigen Kontakt nach Kenia und fast immer ist auch eine Vertrauensperson des Fördervereins vor Ort, um das Projekt zu überwachen.

„Alle Spendengelder kommen zu 100 Prozent den Waisenkindern zu Gute“, betont Claus Müller. Das Schicksal der kleinen Agneta, die eine angeborene Spastik beider Beine und eine gestörte Feinmotorik in der linken Hand hat, berührte die beiden ganz besonders. Dank der Spendengelder aus Deutschland, die eine Behandlung in einer Spezialklinik in Mombasa ermöglichte, - dort wurden ihre Beine mittels eines Spezialgips gerichtet - kann das kleine Mädchen nun mit Hilfe der andern Kinder und eines Rollators stehen und laufen. Als Weihnachtsgeschenk haben sich die Müllers anstelle der Spielsachen diesmal für ein opulentes Weihnachtsessen für Kinder und Betreuer, bestehend aus zwei gegrillten Ziegen, Maisbrei und Spinat entschieden.

Für die Unterhaltung des Waisenhauses - monatlich werden dafür 2500 Euro benötigt - und neue Projekte ist der Förderverein auf Spenden angewiesen. Informationen zum Projekt und zu den Spendenmöglichkeiten gibt es im Internet unter www.shiningorphans.com.

von Alfons Wieber

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