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Neues Haus, neue Ideen, neue Technik

Gesundheitszentrum Neues Haus, neue Ideen, neue Technik

An der Niederkleiner Straße wächst ein Gebäude in die Höhe, das die Fach-ärzteversorgung in Stadtallendorf nachhaltig verbessern soll. Dafür gibt es gute Vorzeichen.

Stadtallendorf. Die Baugrube ist ausgehoben, ein Kran kündet von Weitem von der neuen Baustelle der Herrenwald Immobilien GmbH in der oberen Niederkleiner Straße. Dort entsteht das angekündigte „Gesundheitszentrum Stadtallendorf“, wie das Haus heißen wird. In genau einer Woche folgt die symbolische Grundsteinlegung.

Im „Gesundheitszentrum Stadtallendorf“ könnte das entstehen, was Professor Ferdinand Gerlach, Vorsitzender des Sachverständigenrates, am vergangenen Samstag in der OP-Serie „Gemeinsam für die Patienten“ als zukunftsweisend darstellte: ein regionales Versorgungszentrum. Welche ärztlichen Fachrichtungen auf der mittleren Etage des Gesundheitszentrums letztlich vertreten sein werden, scheint zumindest teilweise noch in der Schwebe. Das ist nicht besorgniserregend, denn bis zur Eröffnung dauert es noch mehr als ein Jahr. Wie Konrad Busch und Friedhelm Steidl von der Herrenwald Immobilien GmbH im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterten, ist zumindest der Einbau eines Magnet-Resonanz-Tomografen und eines Computertomografen baulich fest eingeplant. Damit ist die Ansiedlung einer radiologischen Praxis offenbar gesichert. Jedenfalls haben Bauherr und Architekten alles darauf ausgerichtet. Aus baulichen Gründen werden die Räume dafür im Untergeschoss sein müssen. Die eigentlichen Arztpraxen sind dann im mittleren der beiden Obergeschosse angesiedelt.

Der Marburger Mediziner Professor Siegfried Bien, der organisatorisch hinter dem medizinischen Part des Projekts Gesundheitszentrum steht, gibt sich weiterhin zurückhaltend zur Ausgestaltung der Ärztezentrale. „Es sieht gut aus. Aber es ist zu früh, über die ärztlichen Fachrichtungen, die in dem Gebäude vertreten sein werden, schon etwas zu sagen“, erklärte Bien auf Anfrage. Auch die naheliegende Ansiedlung eines Radiologen wollte er mit Rücksicht auf laufende Gespräche nicht kommentieren.

Leichter Einstieg in ein Netzwerk

Professor Gerlach hatte in der OP ausdrücklich für verschiedene Organisationsformen von ärztlichen Zusammenschlüssen geworben, auch mit Blick auf junge Mediziner, die in funktionierende Netzwerke einsteigen und dadurch ihr persönliches finanzielles Risiko minimieren können - ohne sich für den Rest ihres Berufslebens an einen Ort zu binden. Professor Bien will sich hinsichtlich der Organisationsform in der Ärzteetage auf kein Modell festlegen sondern bewusst auf flexible Lösungen setzen, von der Einzelniederlassung bis hin zum medizinischen Versorgungszentrum, in dem Mediziner verschiedener Fachrichtungen Apparate wie Ultraschallgeräte, aber auch Verwaltungsstrukturen gemeinsam nutzen. „Was das Kassenrecht erlaubt, soll möglich sein“, sagt Bien.

Feststeht aber inzwischen, dass sich im Gesundheitszentrum auch das angekündigte Eicafé im Erdgeschoss ansiedeln wird. Klar ist laut Konrad Busch auch, dass eine Physiotherapiepraxis in das oberste Geschoss einzieht. Außerdem verfolgen Busch und Steidl den Plan weiterhin, auf derselben Ebene ein Fitnessstudio anzusiedeln. Außerdem wird die AWO vom ersten Herrenwald-Wohngebäude in den Neubau umsiedeln und dort mehr Platz zur Verfügung haben.

Brücke verbindet alte und neue Praxen

Wie angekündigt, verknüpft eine kleine Brücke Neubau und Nachbargebäude, was für Ärzte wie Patienten das Zusammenspiel mit dem neuen Gesundheitszentrum und den dortigen Einrichtungen leicht machen wird. Wie geplant entstehen zugleich 200 neue Parkplätze. Die Anordnung von Parkflächen und Außenanlagen wurde allerdings etwas angepasst.

Seit der Vorstellung der ersten Pläne im Februar ist vergleichsweise wenig Zeit bis zum Baubeginn vergangen. „Die Stadtverwaltung hat uns hervorragend unterstützt“, betont Konrad Busch in diesem Zusammenhang. Außerdem ist es der Herrenwald Immobilien GmbH wiederum gelungen, fast ausschließlich Firmen zu beauftragen, die aus der Region stammen. Das war der Gesellschaft, die eine hundertprozentige Tochter der Herrenwald-Wohnbau Genossenschaft ist, von Anfang an wichtig. „Denn die Wertschöpfung bleibt damit in der Region“, betont Busch. Grundgedanke bleibe auch, dass mit dem neuen Gesundheitszentrum das unbestritten vorhandene Defizit bei der Fachärzte-Versorgung in Stadtallendorf deutlich verringert wird.

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