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Ostkreis Neues Baugebiet - mit speziellem Extra
Landkreis Ostkreis Neues Baugebiet - mit speziellem Extra
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16:23 11.05.2016
In der Falkenstraße, ganz in der Nähe der Kellmark-Kapelle, soll das neue Baugebiet entstehen.Foto: Florian Lerchbacher
Mardorf

Seit längerem gibt es in Mardorf den Wunsch nach neuen Bauplätzen. Zunächst hieß es, Baulücken zu füllen. Dies ist geschehen, daher sei es nun an der Zeit, ein neues Baugebiet auszuweisen, sagt Bürgermeister Michael Plettenberg und betont: „In Mardorf gab es eine andere soziale Entwicklung -dem wollen wir nachkommen.“

Damit spielt er auf das Engagement der Mardorfer an. Bürgerverein beziehungsweise Bürgerhilfe sind Paradebeispiele, wie sich Menschen für ihre Mitbürger einsetzen können und haben überregional Beachtung gefunden. Anknüpfend daran soll im neuen Baugebiet ein besonderes Gebäude entstehen, in dem es Tagespflege, eine Wohngruppe für Menschen mit Demenz, Kurzzeitpflege und barrierefreies Wohnen gibt. Der Verein wird damit aber nichts zu tun haben: Es soll ein gemeinsames Projekt des Erschließungsträgers (der Firma Geißler) und der Tagespflegeeinrichtung AurA werden. „Stichwort: Mehrgenerationenhaus“, so Plettenberg.

Er habe wegen der Erschließung Kontakt zur Firma Geißler, die zum Beispiel schon ein Baugebiet in Amöneburg umsetzte, aufgenommen. „Die Geißler Infra GmbH entschied, dass sie nicht nur Bauträger, sondern auch Investor und später wohl auch Betreiber sein will“, berichtet der Bürgermeister und betont: „Auf der Suche nach einem Partner kamen wir sehr schnell auf die AurA. Die beiden kamen zusammen und es hat gleich harmoniert.“ Nach rund zwei Monaten der Vorgespräche hat die Firma Geißler nun einen Antrag auf einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan gestellt, in dem das Projekt - das den Arbeitstitel „Leben und Altwerden an der Falkenstraße“ trägt - festgehalten ist. Die ­AurA habe auch schon einen Partner gefunden, der das Wohnen für Menschen mit Demenz umsetzen wolle, freut sich Plettenberg.

1,4 Hektar wird das neue Baugebiet am südöstlichen Siedlungsrand von Mardorf groß. Entstehen sollen zehn bis zwölf Wohnbaugrundstücke, deren Käufer verpflichtet werden sollen, ihre Gebäude an das Nahwärmenetz anzuschließen. Rund 5000 Quadratmeter des Areals sollen der Nutzung „Leben und Pflege im Alter“ zugeführt werden - mit 25 Pflegeplätzen und seniorengerechten Wohnungen, die in Doppel- oder Reihenhäusern unterkommen. Im Bauausschuss hob Plettenberg hervor, dass sich die Bebauung am „örtlichen Bestand“ orientieren soll. Ein „riesiger Klotz“ werde nicht entstehen: „Die Vermarktung der anderen Einfamilienhäuser soll ja nicht erschwert werden.“

Neubau hätte Konsequenzen für den alten AurA-Standort

Noch befindet sich das Projekt in einem „Stadium der Vor­überlegungen“ - Vorverträge sind noch nicht geschlossen. Bei all dem Positiven gibt es aber auch einen Wermutstropfen, wie Plettenberg zugeben muss: Sollte die AurA in Mardorf ein neues Gebäude errichten, wird sie den Standort Roßdorf - im städtischen Gebäude „Goldener Stern“ - aufgeben. Dies habe er Ortsvorsteher Stephan Maus auch schon angedroht, so der Bürgermeister. Er könne die Gedanken der Tagespflegeeinrichtung verstehen: Die alte Immobilie sei schwierig. „Es gibt keinen Garten und wenig Außenfläche. Der Goldene Stern ist noch dazu eine Miet­immobilie, in der Investitionsbedarf besteht“, erklärt der Rathauschef. Positiv sei aber, dass die AurA sich mit dem Neubau in Mardorf zum Standort Amöneburg bekennen würde: „Das ist besser, als würde nichts getan - und die Einrichtung würde nach Ablauf des Mietvertrages verschwinden.“ Im Bauausschuss kam das Projekt gut an. Die Mitglieder sprachen einstimmig die Empfehlung an die Stadtverordneten aus, dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan zuzustimmen.

von Florian Lerchbacher

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