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Neuer Vorstand will durchstarten

"Stadtallendorf aktiv": Neuer Vorstand will durchstarten

„Stadtallendorf aktiv“ war über Jahre hinweg eine feste Größe in der Stadt. Dann gab es einen Bruch, nun ist ein Neustart angesagt. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen.

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Jörg Thorwarth, Birgit Amrhein, Susanne Schäfer, Peter Zein, Christina Schindler, Ulrike Fritsch, Marek Sieronek und Reiner Bremer bilden das Vorstandsteam. Foto: Rinde / Grafik: Feldpausch

Stadtallendorf. Seit Mittwochabend, 22 Uhr, ist die Zeit ohne gewählten Vorstand für den Verein „Stadtallendorf aktiv“ zu Ende. Nach langer inhaltlicher Diskussion schritten die anwesenden Händler und Gewerbetreibenden zur Abstimmung. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es nur einen kommissarischen Vorstand. Vor der Wahl stellten sich die anwesenden 16 von aktuell rund 60 Mitgliedern einer intensiven Debatte über die Ausrichtung ihres Vereins, auch über die Frage, ob „Stadtallendorf aktiv“ überhaupt weiterbestehen soll. Diese Frage hatte zunächst Olaf Körner, bisher einer der drei Vorsitzenden in den Raum gestellt, auch mit Blick auf die geringe Teilnehmerzahl bei dieser entscheidenden Hauptversammlung. Und Körner nutzte die Gelegenheit auch noch einmal für einen Appell in Richtung Einzelhändler und auch Immobilienbesitzer. „Wir müssen selbst mehr sehen, dass wir vorankommen und individuelle Investitionen vornehmen, sprich Geld in die Hand nehmen“, betonte er. Eine Diskussion gab es darüber allerdings nicht. Dafür gab es jedoch eine Neuerung, die bei den Händlern sehr gut aufgenommen wurde: Künftig ist Reiner Bremer von der Stadtverwaltung ihr „Verbindungsmann“ und Ansprechpartner. Dazu hatte ihn der Magistrat ernannt. Brehmer bot Zusammenarbeit auf breiter Ebene an. Er ist ebenfalls im neugewählten Vorstand vertreten.

Ganz neu in die Vorstandsarbeit steigt jetzt Marek Sieronski, Geschäftsführer eines Software-Systemhauses, ein. Er stellte in einer Präsentation Ziele, Projekte und Anstöße für die künftige Arbeit für Stadtallendorf aktiv vor. Ein zentraler Satz seines Vortrags: „Es geht um ein komplettes Umdenken.“ Sieronek will an Bewährtem, also vor allem an Veranstaltungsklassikern wie dem Frühlingserwachen und dem Nikolausmarkt festhalten und zugleich neue Impulse setzen. Sieronski plädierte zunächst dafür, sich als Verein auch anderen Gruppen zu öffnen, die für Stadtallendorfs Fortentwicklung wichtig sind. Als ein Beispiel nannte er die Ärzteschaft, aber auch die Industrie hat er im Blick.

Sieronski formulierte auch Visionen, etwa von Online-Marktplätzen, auf denen Stadtallendorfer Händler ihre Waren und Dienstleistungen anbieten könnten. „So etwas braucht aber Zeit“, betonte er.

Fakt ist für ihn, dass sich auch Stadtallendorf aktiv wesentlich stärker in der virtuellen Internetwelt präsentieren muss, etwa bei den sozialen Netzwerken wie Facebook. Wer Mitglied bei Facebook ist, kann die Anfänge bereits sehen.

Ganz wichtig ist für Sieronek auch die Werbung neuer Mitglieder für den Verein. Bei seiner Statistik fiel auf, dass ein großer Teil der Mitglieder aus dem Umfeld kommt, nur 15 aus Stadtmitte, weitere 5 aus Niederklein. Für die Stadt Stadtallendorf ist es wichtig, wieder Ansprechpartner der Einzelhändler für anstehende Entscheidungen zur weiteren Entwicklung der Innenstadt, zu bekommen. Das hatte auch die Hängepartie bei der Suche nach Vorstandskandidaten schließlich beendet.

Nach mehr als zwei Stunden konstruktiver Diskussionen stand die Frage nicht mehr im Raum, ob sich der Verein nicht vielleicht doch auflösen sollte. Es gab Aufbruchsstimmung. Peter Zein sprach von einem Neuanfang. „Neuanfänge sind immer schwer, aber vielleicht haben wir nie mehr die Chance dazu.“ Ulrike Fritsch spitzte es zu: „Wir müssen einfach mitreden dürfen.“

von Michael Rinde

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