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Jugendliche bekommen ein Zuhause

Wohngruppe geplant Jugendliche bekommen ein Zuhause

In einigen Wochen können wieder Jugendliche in das Gebäude in Halsdorf einziehen, in dem einige Monate eine sogenannte Clearingstelle untergebracht war.

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Archivbild: Das Foto entstand im April 2016 in der damaligen Clearingstelle Halsdorf. In dem Gebäude kommen jetzt Kinder und Jugendliche unter, die nicht mehr in ihren Familien leben können.

Quelle: Hirsch

Halsdorf. Am Donnerstag, 8. März, informiert der Betreiber­ der künftigen Wohngruppe für Kinder und Jugendliche in Halsdorf über seine Pläne. Ben Schwieder, Geschäftsführer von Social Services Schwieder, kommt dazu in die reguläre Sitzung des Ortsbeirats Halsdorf.
Dem Unternehmen gehört die frühere Gaststätte. Einige Monate lang befand sich dort eine Clearingstelle, in der unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut wurden. Doch angesichts sinkender Flüchtlingszahlen war sie nicht mehr erforderlich (die OP berichtete). Seit September 2016 standen die Räume leer. Dort konnten bis zu 24 Jugendliche für einige ­Wochen leben.

Für Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen

Jetzt sollen es bis zu 9 Kinder und Jugendliche ab 7 Jahren sein. Es gehe um Kinder, die nicht mehr in ihrem familiären Umfeld betreut werden könnten, erläutert die Pressestelle des Landkreises. Hinter den Betroffenen liegen laut Landkreis „belastende familiäre Erlebnisse und/oder Lebenserfahrungen“. Bei der Kreisverwaltung ist das Jugendamt angesiedelt. Betreiber der geplanten Wohngruppe ist weiterhin die Social Services Schwieder GmbH mit Sitz in Gießen. Sie verfügt über Erfahrung auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendhilfe. Wie Ben Schwieder auf Anfrage der OP berichtet, wird es in der Einrichtung wieder eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung geben. Fünf bis sieben Betreuer sind für die Halsdorfer Einrichtung vorgesehen. Sie wird nach Bedarf genutzt. Das Konzept dahinter will Schwieder am Donnerstagabend vorstellen.

Belegung der Wohngruppen erfolgt überregional

Derzeit gebe es kreisweit 28 Wohngruppen für die Jugendhilfe im Landkreis (ohne die Stadt Marburg), in denen Kinder und Jugendliche betreut werden, erläutert die Kreisverwaltung. Wie groß der Bedarf im Kreis für Wohngruppenplätze ist, lässt sich nicht genau quantifizieren, da die Belegung überregional erfolge. Das erläutert die Pressestelle der Kreisverwaltung. Zumal sich die Situation immer wieder kurzfristig verändern kann.
Wohratals Bürgermeister Peter Hartmann hatte in einer kurzen Mitteilung das Parlament über die künftige Wohngruppe informiert. Er steht mit Ben Schwieder in Kontakt. „Es geht um junge Menschen, die Hilfe brauchen und hier vor Ort bekommen“, sagt Hartmann im Gespräch mit der OP.

Einzug im April geplant

Frühestens am 1. April könnten die ersten Kinder und ­Jugendlichen einziehen. Ob es bei diesem Termin bleibt, hänge vom tatsächlichen Bedarf ab, erläutert Ben Schwieder. Nur wenn eine gewisse Gruppengröße erreicht ist, macht deren Betrieb Sinn. Fest steht: Für eine Clearingstelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge besteht keinerlei Bedarf. Daran wird sich auch auf absehbare Zeit nichts mehr ändern.
Nach Angaben der Pressestelle leben aktuell 132 Jugendliche im Kreisgebiet (außer Marburg). In Wetter gebe es in einer Wohngruppe einige wenige Plätze für Clearingverfahren, wenn ausländische Jugendliche neu im Landkreis ankämen, heißt es aus der Kreisverwaltung. Beim sogenannten Clearingverfahren werden die ersten Formalien nach der Ankunft geklärt, bevor die Jugendlichen nach einigen Wochen in Wohngruppen untergebracht werden.
Der Ortsbeirat tagt am Donnerstag ab 20 Uhr im Treffpunkt Halsdorf.

von Michael Rinde

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