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Neue Aufregung um „fünf nach zwölf“

Kratz‘sche Scheune Neue Aufregung um „fünf nach zwölf“

Noch im September soll mit dem Ausbau der Kratz‘schen Scheune zu einem Gemeinschaftshaus für die Kernstadt begonnen werden. Der zuständige Ausschuss billigte die entsprechende Beschlussvorlage des Magistrats.

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Der Entrümpelungscontainer zeigt an: An der Kratz‘schen Scheune soll sich in Kürze etwas tun. Stimmt das Parlament den Plänen des Magistrats zu, dann soll noch im September mit dem Ausbau zu einem Gemeinschaftshaus begonnen werden. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Mit den Stimmen von CDU, SPD und FBL empfahl der unter Vorsitz von Manfred Günther (SPD) tagende Ausschuss Gemeinschaftsräume dem Stadtparlament, den Magistrat zu beauftragen, den Bauantrag für den Entwurf mit dem großen Bühnenanbau zu stellen. Die Grünen, die das Vorhaben politisch bekämpfen, stimmten dagegen.

Die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen hatte zuvor die unendliche Geschichte um das Scheunenprojekt kurz vor Toresschluss um ein weiteres Kapitel bereichert. Sie beantragte, das Projekt Kratz‘sche Scheune aufzugeben und stattdessen mit dem Eigentümer einer ehemaligen Traditionsgaststätte über die Anpachtung des Gasthauses im Herzen der Stadt für die Nutzung als Gemeinschaftshaus zu verhandeln mit der Option, das Gebäude eventuell später zu erwerben.

Dieser späte Vorstoß brachte die Sprecher der anderen Fraktionen und Bürgermeister Manfred Barth auf die Palme. Manfred Hampach (FBL) wetterte: „Ich verstehe nicht, dass ihr jetzt mit so einem Antrag kommt. Schließlich haben wir schon vor vier Jahren die Scheune zu diesem Zweck angekauft. Die Stadt verschleudert den Zuschuss, folgen wir Eurem Antrag.“ Auch Brigitte Klingelhöfer (SPD) rügte den späten Zeitpunkt des Antrags. Seit 15 Jahren sei das Gemeinschaftshaus für die Kernstadt bereits Thema. Die Nutzung des Gasthauses für Gemeinschaftsräume sei schon vor zehn Jahren wegen der gutachterlich festgestellten hohen Kosten verworfen worden. Ferner entspreche das Raumprogramm nicht dem von Dr. Renate Buchenauer mit den Vereinen erarbeiteten Anforderungsprofil. „Außerdem haben wir dann immer ein altes Haus. Und ich weiß, was das bedeutet.

Für Michael Emmerich (CDU) kommt der Antrag eher um „fünf nach zwölf als um fünf vor zwölf.“ Das Gasthaus-Projekt sei zuletzt vor drei Jahren wegen mangelnder Eignung und zu hoher Kosten abgelehnt worden. „Für 660000 Euro Eigenanteil bekommen wir den Gegenwert von 1,4 Millionen Euro“, verteidigte Emmerich das Scheunenprojekt. Bürgermeister Manfred Barth bewertete den Antrag als Wahlkampf-Manöver und als Versuch der Verunsicherung und Verschleppung des Projekts.

Dem widersprach Helmut Badouin für die Grünen. „Es ist der letzte verzweifelte Versuch, sie von dem unseligen Vorhaben abzubringen“, sagte Badouin und kritisierte, dass die Gesamtkosten mit jetzt 1,4 Millionen Euro bereits um 300000 Euro über dem vom Bürgermeister gedeckelten ursprünglichen Betrag liege. Es gehe den Grünen darum, 660000 Euro einzusparen. Stadtrat Michael Vaupel (Grüne) begründete den Zeitpunkt des Antrags seiner Fraktion mit der erst jetzt geäußerten Bereitschaft des Eigentümers, das Haus zu verpachten oder zu einem angemessenen Beitrag zu verkaufen.

Barth widersprach entschieden der Vorstellung der Grünen, die Stadt könne mit der Übernahme des Gasthauses Geld sparen. Eine öffentliche Nutzung erfordere eine Umwidmung und einen Bauantrag. „Da machen wir ein Fass auf, das wir nicht mehr zubekommen“, sagte Barth und nannte schlagwortartig enorme Kosten für Barrierefreiheit, Brandschutz, Heizung und energetische Sanierung. Zudem habe das Gasthaus weder Parkplatz noch Freifläche.

von Matthias Mayer

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