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Nazi-Regime sah Arbeiter als „Kriegsbeute“

Ausstellung Nazi-Regime sah Arbeiter als „Kriegsbeute“

Am Freitag wurde in der Stadthalle die Ausstellung „Erinnerung bewahren Sklaven- und Zwangsarbeiter im Dritten Reich aus Polen 1939 – 1945“ eröffnet.

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Jakub Deka von der Stiftung „Polnisch-deutsche Aussöhnung“ führte die ersten Gäste durch die Ausstellung.

Quelle: Kai Erdel

Stadtallendorf. Fritz Brinkmann-Frisch, Leiter des Dokumentations- und Informationszentrums (DIZ), holte die Ausstellung nach Stadtallendorf. Sie wurde 2005 im Warschauer Königsschloss erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. In Polen sahen sie in nur zwei Jahren mehr als 100 000 Besucher. Die deutsche Fassung wird nach Berlin und Stadtallendorf auch in Frankfurt, Köln und Bremen zu sehen sein. Die Ausstellung wurde von der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“ aus Warschau mit Unterstützung des Deutschen Historischen Instituts in Warschau und in Kooperation mit dem Institut für Nationales Gedenken und der Berliner Geschichtswerkstatt erstellt.

Bürgermeister Manfred Vollmer ging bei der Eröffnung zuerst kurz auf die besondere Situation Polens während des Zweiten Weltkriegs ein. Es habe wie kein anderes Land unter der deutschen Besetzung gelitten. Vollmer stellte den direkten Bezug der Ausstellung zu Stadtallendorf heraus. In den Sprengstoffwerken von DAG und Wasag waren auch zahlreiche Polen unter den Zwangsarbeitern. Dr. Hans-Joachim Kraschewskie sprach über das deutsch-polnische Verhältnis in den 30er und 40er Jahren. Er wies unter anderem nach, wie dringend das Dritte Reich nach Kriegsausbruch auf Zwangsarbeiter angewiesen war. Umittelbar nach dem Überfall auf Polen wurden dort die ersten Arbeiter nach Deutschland geholt. Ziel sei es gewesen, 250 000 jungen Polen vor allem für den Bergbau und 250 000 Polinnen in erster Linie für die Landwirtschaft zu rekrutieren. Dr. Kraschewskie sprach von „Arbeit als Kriegsbeute“. Przemyslaw Sypniewski, der Vorstandssekretär der Stiftung Deutsch-Polnische Aussöhnung, betonte, dass „Deutsche und Polen seit dem Zweiten Weltkrieg erhebliche Fortschritte in der Aussöhnung gemacht haben.“ Zum Bildungsprogramm der Stiftung gehört auch die Wanderausstellung.

von Kai Erdel

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