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Ostkreis Narren ignorieren die Stadtkasse
Landkreis Ostkreis Narren ignorieren die Stadtkasse
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19:09 16.02.2012
Kaum hatten die Narren sich den Schlüssel zum Rathaus aus dem Versteck in der Lampe gefischt, übergab Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg ihn an Prinzessin Victoria (Diehl) und Prinz Max (Pöltl). Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Es dauerte nicht lange, bis Roßdorfs Narren Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, die Magistratsmitglieder und Winfried Kaul (SPD) in die Knie gezwungen hatten und das Rathaus übernahmen. Dort plünderten sie sämtliche Essensvorräte. Von der höchstens mit Spinnweben und Staub gefüllten Stadtkasse ließen sie jedoch die Finger – davon haben sie in ihrem Heimatdorf schließlich genug.

Der Beweis dafür liegt nun auf dem Tisch des Bürgermeisters: eine Plastiktüte voll Dreck, den die Roßdorfer wie schon vor zwei Jahren aus der Lüftung der Heizung ihrer Mehrzweckhalle gefischt hatten – im Austausch erhielten sie von Richter-Plettenberg einen vergoldeten Schraubenschlüssel.

Doch zuvor bekam der Rathauschef noch einen übergebraten, denn ohne Murren lassen sich die Roßdorfer nicht so einfach die Gebühren für die Mehrzweckhalle erhöhen.

Zwei weitere Themen prägten die Rede des Vorsitzenden der Roßdorfer Narren: die Haushaltsdebatte und das Eulen-Keulen, von dem „die grüne Vogelwelt, en ach Simjotti gar nichts hält, deij fordern jetzt fer jeden Ast, e‘ Johr nun für den Pletty Knast.“

In Sachen Haushalt bekam die CDU von Maus ihr Fett weg für ihren wenig überzeugenden Auftritt während der Haupt-. und Finanzausschusssitzung: „Drum sass dann ach ein mutger Recke, bei Nacht und Niwiel in der Ecke, en freegt sich nach des Haushalts Sein, sucht von den Waisen nun den Stein... Jedoch hat er schnell festgestellt, wie ungerecht ist diese Welt, heut hier noch eine Lichtgestalt, wie schnell der Ruhm dann doch verhallt. Die Doppik hat halt ihre Schranke, das gilt auch für den Reinhard Franke.“

von Florian Lerchbacher

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