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Ostkreis Narren drohen "Pletti" mit der Peitsche
Landkreis Ostkreis Narren drohen "Pletti" mit der Peitsche
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18:57 07.02.2013
Tief sinkt der entthronte Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, „Pletti“ genannt, vor dem jungen Prinzenpaar Fabio Weber und Tessa Wiegand auf die Knie. Stefan Maus (rechtes Bild) hatte ihm vorher klargemacht, was er von der Landrats-Kandidatur hält.
Amöneburg

Sie kamen zwar leicht verspätet, aber mit Schwung. Rund 30 Narren des Roßdorfer Carnevals Club (RCC) marschierten vor Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg an der Rathaustür auf. Der leistete keinen großen Widerstand, vielleicht sah er aus den Augenwinkeln heraus auch die wippende Peitsche eines Narren. Oder er fürchtete die Drohungen, die die Roßdorfer ausstießen. Die kündigten ihm schon vor der Tür an, dass das Dorf Mardorf nach Übernahme der Regentschaft durch den RCC planiert werden soll.

Innen ließ sich ein Narr gleich auf den Bürgermeistersessel fallen. Auf zwei Stühlen vor dem Schreibtisch nahm das kleine närrische Prinzenpaar aus Roßdorf Platz, um den Dingen zu lauschen. Es waren Fabio Weber (neun Jahre) und Tessa Wiegand (zehn Jahre). Später sollten es die närrischen Herrscher erleben, dass ihnen Richter-Plettenberg den Rathausschlüssel überreichte. Dafür sank der entthronte Bürgermeister vor ihnen sogar auf die Knie.

Am Rednerpult bezog Stefan Maus Stellung. Der Roßdorfer Ortsvorsteher übernahm die Rolle des närrischen Richters und Henkers in einer Person und in bewährter Art und Weise. Die Überschrift verriet schon den Inhalt: der „Landratskandidat“.

Es gab ein klares Lippenbekenntnis aus dem Narrenmund: „Ich sag‘s Dir schonungslos und hart, mir win Dich nit als Kandidat, scheiß der Hound of Landrats-Wahle, mir win deich of-m Berg behale“.

Sollte das Wahlvolk „Pletti“ küren, so befürchtet Maus, dass der dem Kreis ein Kernkraftwerk spendieren könnte. Maus maß „Pletti“ dabei anhand der Heizung in der Mehrzweckhalle Roßdorf.

Und damit noch lange nicht genug: Auch von nächtlichen Albträumen des Amöneburger Stadtoberhauptes und SPD-Landratskandidaten wusste der Roßdorfer Ortsvorsteher zu berichten. „Er brach für‘n Angstschweiß einen Wischer. Denn ihm erscheint der Herbert Fischer. Der wolle in jedem nächtlichen Traum immer wieder ein Parkhaus bauen. „Weij soll ich eich dos bezahn“, ruft der Kämmerer auf dem Berg in seinem Traum wohl immer wieder aufs Neue in die Welt.

Und in einem weiteren Traum erscheint dann Stefan Maus höchstselbst dem Bürgermeister. Maus will „nur“ einen Anbau an seine Mehrzweckhalle. Richter-Plettenbergs innere Antwort hat der Narr gleich mitgeliefert: „Oh Herr, mach, dass ich Landrat werden tu, da hab ich vor den beiden Ruh“.

Richter-Plettenberg nahm es wie kam hin ohne große Gegenrede. Auch, als aus der Narrenschar die Drohung mit den Peitschenhieben auf das Hinterteil ertönte, blieb er noch gelassen und vollzog seinen tiefen Kniefall vor den neuen Rathaus-Herrn.

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