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Nahwärme heizt bereits Weihnachten

Erksdorfer investieren 3,3 Millionen Euro Nahwärme heizt bereits Weihnachten

Schon vor dem symbolischen erste Spatenstich hatten die Bauleute ganze Arbeit geleistet. Die halbe Speckswinkeler Straße war gestern Mittag bereits für das Erksdorfer Nahwärmenetz ausgeschachtet.

Erksdorf. Erst als Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (CDU) dazu ansetzte, den kleinen Festakt an der Baustelle zu eröffnen, schwieg der Bagger. Die Eile der Bauarbeiter hat einen triftigen Grund: Es pressiert. Schon an Weihnachten soll wohlige Nahwärme aus dem neuen Netz 22 Erksdorfer Häuser auf Festtagstemperatur aufheizen. Dieses äußerst sportliche Ziel formulierte Sabine Brathge, Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft Nahwärmenetz Erksdorf, am Rande der Feier gegenüber der OP.

Ermöglicht wird dieses rekordverdächtige Tempo durch die Strategie der Genossenschaft, das stolze sieben Kilometer messende Nahwärmenetz in Bauabschnitte zu unterteilen. Und der erste Baubschnitt mit 22 anzuschließenden Häusern soll laut Brathge bis Weihnachten fertig sein.

Nach der Baupause im Winter sollen zwischen März und Juli 2013 die nächsten Bauabschnitte folgen, so dass zu Beginn der Heizperiode 2013/ 2014 alle 122 Häuser der Erksdorfer Genossenschaftsmitglieder mit C02-neutral erzeugter Nahwärme versorgt werden können. Als Wärmequelle dient die Erksdorfer Biogasanlage, die von den Familien Trier und Hewecker betrieben wird. Bei der Biogasanlage werden auch der Spitzenlastkessel mit der Steuerung des Nahwärmenetzes und der Wärmepufferspeicher entstehen, sagte die Vorstandsvorsitzende dieser Zeitung. Insgesamt investiere die Genossenschaft in das Projekt 3,3 Millionen Euro. 1,245 Millionen Euro flössen aus Bundes- und Landesmitteln in das Projekt, sagte Sabine Brathke. Mit der Fertigstellung der Anlage wird Erksdorf im Ostkreis nach Josbach, Schwabendorf und Großseelheim das vierte Bioenergiedorf sein.

Christian Somogyi würdigte das von ehrenamtlichen Engagement getragene rasend schnelle Tempo der Genossenschaft. Zwischen der ersten Projektpräsentation und dem Baubeginn läge noch nicht einmal ein Jahr. Das Nahwärmenetz werde im Endausbau jährlich 400000 Liter Heizöl und 1,3 Millionen Tonnen des Treibhausgases CO2 einsparen und dafür sorgen, das 350000 Euro Euro Wertschöpfung künftig Jahr für Jahr im Dorf blieben.

Den Mut der Erksdorfer Nahwärme-Protagonisten würdigte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern. Diese erwiesen mit ihrem Engagement nicht nur der Umwelt einen Dienst, sonderen leisteten auch einen Beitrag zur Wohlstandssicherung in der Region.

Ortsvorsteher Helmut Schütz zeigte sich dankbar, dass sich für diese große Aufgabe eine ehrenamtliche Führungsspitze gefunden habe. Sabine Brathge erklärte, dass sich diese Aufgabe nur im Team bewältigen lasse - und mit Unterstützung von außen. Hier nannte sie zuerst die Stadt, die VR-Bank Hessenland als Finanzpartner, die Familien Trier und Hewecker und die Planungsbüros Berghamer und Penzhofer. „Wir stecken mitten drin in einer schönen Aufgabe und werden dabei nicht alleingelassen“, versicherte sie den Gästen.

von Matthias Mayer

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