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Nachfahrin recherchiert über Halsdorfer Juden

Halsdorf Nachfahrin recherchiert über Halsdorfer Juden

Nachfahren von Gerda Katten, der letzten Jüdin aus Halsdorf, der im Jahr 1941 noch die Flucht aus Deutschland gelang, waren zu Besuch in dem Dorf in Wohratal.

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Shira (hinten, rechts) und Helene Springer (links) trafen sich mit der Familie Paesler (von links) Günter, Hildegard und Gerhard und warfen einen Blick auf die Geschichte der Halsdorfer Juden.

Quelle: Privatfoto

Halsdorf. Der Blick in die Geschichte geht weiter zurück: Gerda Kattens Eltern, Salomon und Malchen (Dorfnamen „Herze“), betrieben in Halsdorf neben dem Viehhandel einen Gemischtwarenladen, in dem von Nahrungsmitteln bis zur Nähmaschine alles erhältlich war.

Mit dabei war auch Springers Tochter Shira. Die bekannte Sportjournalistin der amerikanischen Zeitung Boston Globe will ein Buch über die Geschichte der Juden von Halsdorf schreiben und nutzte den Besuch, um Fakten und Hintergründe zur Geschichte der jüdischen Kultur in dem Dorf zu recherchieren.

Dieter Engel gab ihr einen Überblick über die Halsdorfer Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der jüdischen Kultur: Bis zum Beginn des Naziterrors seien die jüdischen Mitbürger gut in die Dorfgemeinschaft integriert gewesen, viele gehörten dem Kriegerverein, dem Sportverein oder der Wasserleitungsgenossenschaft an.

Hildegard Paesler, geborene Henkel, kannte auch Gerda Katten noch persönlich. Und so berichtete sie über die geschäftlichen Aktivitäten der Familie Katten und die letzten schweren Tage von Gerda Katten in Halsdorf: Sie lebte unter schwierigsten Lebensumständen bis zur Abreise in ihrem Elternhaus bei den Henkels.

Am ehemaligen Haus der „Herzes“ berichtete Gerhard Paesler aufgrund von Erzählungen seiner Mutter über die frühere Nutzung des Gebäudes und der Nebenbauten durch die jüdische Familie.

Einige Erinnerungsfotos später stand dann aber auch schon die Zeit des Abschieds an – ein für alle beteiligten bewegender Moment.

von unseren Redakteuren

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