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Ostkreis Nach Mistgabel-Attacke in U-Haft
Landkreis Ostkreis Nach Mistgabel-Attacke in U-Haft
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00:16 02.06.2018
Mit einer Mistgabel attackierte ein 66-Jähriger seinen Nachbarn. Quelle: Katharina Kaufmann- Hirsch
Rauschenberg

Wegen Verdunklungsgefahr sitzt ein Mann aus der Stadt Rauschenberg seit vergangener Woche in Untersuchungshaft, wie Staatsanwalt Nicolai Wolff der OP erläuterte.

Es bestehe die Gefahr, dass er Einfluss auf Zeugen der Tat nehmen könne, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Marburg. Zeuge ist in diesem Fall auch das Opfer, der Nachbar des mutmaßlichen Täters.

Die Staatsanwaltschaft sieht das Motiv für die Mistgabel-­Attacke in einem lange bestehenden Nachbarschaftsstreit. Der dauert laut Staatsanwaltschaft schon Jahre an und hat auch schon Gerichte beschäftigt.

Komposthaufen war Stein des Anstoßes

Wie der Anwalt des Opfers, der Marburger Rechtsanwalt Carsten Dalkowski, auf Anfrage der OP berichtet, hatte der mutmaßliche Täter vor einigen Jahren Anstoß am Standort eines Komposthaufens auf dem Grundstück des Nachbarn genommen.

Nach Rücksprache mit verschiedenen Behörden habe sich sein Mandant seinerzeit geweigert, den Komposthaufen zu versetzen. Einige Zeit später stellte der Mann Verwüstungen auf seinem Hof fest, wie Carsten Dalkowski erläutert.

Der Nachbar stritt laut Dalkowski alles ab, dennoch wurde er nach OP-Informationen wegen Sachbeschädigung verurteilt. Im folgenden Zivilprozess wurde der Nachbar auch zu Schadenersatz in Höhe von mehreren tausend Euro verurteilt, das Landgericht Marburg lehnte seine Berufung erst vor wenigen Tagen ab. Anwalt Dalkowski vermutet einen Zusammenhang mit dem Angriff am Mittwoch.

Mit Gabel Richtung Kopf und Brust gestochen

Die Staatsanwaltschaft Marburg geht davon aus, dass der mutmaßliche Täter am besagten Tag auf das Grundstück des Nachbarns gegangen ist. „Er hat mit der Mistgabel in Richtung Kopf und Brust gestoßen oder gestochen“, so Sprecher Nicolai Wolff. Laut Rechtsanwalt Dalkowski gelang es seinem Mandanten, um Hilfe zu rufen und den Angriff abzuwehren.

Nach einer Nacht im Krankenhaus sei er wieder nach Hause entlassen worden. Die alarmierte Polizei nahm den mutmaßlichen Angreifer vorläufig fest. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft dauern an. Im Raum steht der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung; eine Tötungsabsicht unterstellt die Staatsanwaltschaft dem Mann nicht.

von Michael Rinde