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Ostkreis 175-Tonnen-Kran hebt Waggons an
Landkreis Ostkreis 175-Tonnen-Kran hebt Waggons an
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16:01 07.05.2018
Bergungsspezialisten hoben eine abgerissene Achse von den Gleisen. Quelle: Michael Rinde
Kirchhain

Zentimeter für Zentimeter bewegte sich am Freitagabend der Schienenkran über die Weichen zur Ohmtalbahn, um an die aus den Schienen gesprungenen Güterwaggons heranzukommen. Man könne nicht ganz sicher sein, dass die Gleise hielten, so ein Bahnmitarbeiter.

Gegen 19 Uhr war ein Spezialteam der Bahn in Kirchhain eingetroffen, um zunächst die aus den Schienen gesprungenen Güterwaggons wieder auf die Gleise zu heben. Ein Waggon war bei dem Zugunfall am Freitagmorgen fast umgekippt (die OP berichtete).

Bei der Bergung wurde das gesamte Ausmaß der Schäden deutlich sichtbar. Dem fast umgekippten Waggon fehlten zwei Achsen. Sie lagen auf den Gleisen und mussten zunächst entfernt werden. Das war für das Bergungsteam und den 175-Tonnen-Kran keine größere Herausforderung.

Zei Autokräne zusätzlich angefordert

Die bestand im umgekippten Waggon. Zwei zusätzlich angeforderte Autokräne waren nötig, um ihn wieder anzuheben. Das war ohnehin erst möglich, nachdem ein provisorisches Radgestell montiert werden konnte. Die Arbeiten dauerten die ganze Nacht zum Samstag.

Auch auf Gleisen der Main-Weser-Bahn waren noch Schäden zu beseitigen, wie ein Bahnsprecher am Sonntag auf OP-Anfrage erklärte. „Seit Samstagvormittag sind alle Gleisanlagen aber wieder durchgehend befahrbar“, erklärte er.

Das betrifft zumindest die Main-Weser-Bahn. Auf der rund zwölf Kilometer langen Güterzugstrecke der Ohmtalbahn ist weiterhin kein Zugverkehr möglich.

Ermittler machen Luftbilder

Es gebe erhebliche Schäden an Signalanlagen, Gleisen und Weichen rund um die Unglücksstelle, so der Sprecher der Bahnzentrale in Berlin gegenüber dieser Zeitung. Voraussichtlich heute Nachmittag werde eine Prognose möglich sein, wie lange die Strecke gesperrt bleiben müsse.

Vor allem für den Steinbruch in Niederofleiden ist die Bahnanbindung von großer Bedeutung. Das Unglück hatte sich am Freitagmorgen gegen 8.50 Uhr ereignet, der 23 Waggons umfassende Güterzug war daraufhin auf dem Bahnübergang in der Niederrheinischen Straße in Kirchhain stundenlang stehengeblieben.

Warum die Waggons entgleisten, ist nach wie vor unklar, die Bundespolizei ermittelt. Am Freitag hatte ein Hubschrauber der Bundespolizei die Unglücksstelle überflogen und Luftbilder gemacht. Die Bundespolizei geht von einem sechsstelligen Schaden aus.

von Michael Rinde