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Mutter schüttelt Säugling fast zu Tode

Misshandlung Mutter schüttelt Säugling fast zu Tode

Wegen des Verdachts auf schwere Kindesmisshandlung steht eine 22-jährige Mutter vor dem Marburger Amtsgericht.

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Vor dem Amstgericht in Marburg muss sich eine 22-jährige Mutter wegen schweren Kindesmissbrauchs verantworten. Die Verhandlung wird nächste Woche fortgesetzt.

Quelle: Tobias Hirsch

Neustadt. Blut sammelte sich unterhalb der Schädeldecke, der Kopf schwoll an. Dass der Säugling nicht an den schweren Verletzungen starb, lag an einem glücklichen Zufall. „Die Eltern brachten den Kleinen wegen Fiebers zu mir. Ich forderte zur Sicherheit ein Blutbild an und das Labor schickte mir erschreckend niedrige Werte“, erinnerte sich eine Marburger Kinderärztin.

Ultraschall und weitere Untersuchungen erhärteten die Vermutung: Der Säugling litt an einem Schütteltrauma. Das bestätigte auch der Chefarzt der Marburger Kinderklinik. „Durch Hoppe-Hoppe-Reiter passieren solche Verletzungen nicht“. Für derart schwere innere Blutungen bedürfe es „grober Gewalteinwirkung“. Bei der nicht ausgeprägten Muskel- und Knochenstruktur von Kleinstkindern rufe das heftige Hin- und Herschütteln auch Risse im Bindegewebe hervor. „Der Säugling wies genau diese Symptome auf, obwohl wir alle anderen medizinischen Erklärungen getestet haben“, erläuterte der Arzt. Jedes dritte Baby sterbe an solchen Schütteltraumata und bei noch mehr Kindern blieben schwere Behinderungen zurück.

In der Anklageschrift wurde der jungen Mutter vorgeworfen, in mindestens drei Fällen ihr Kind roh misshandelt zu haben. Neben der eher zufällig entdeckten Hirnblutung und einem Monat auf der Intensivstation wies der Junge nur zwei Wochen nach Entlassung aus dem Krankenhaus in einer Nachuntersuchung dieselben Verletzungen auf. Das Jugendamt schritt ein und gab den drei Monate alten Säugling in die Obhut einer Pflegemutter.

von Björn Wisker

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der OP.

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Eine 22-Jährige, die ihren Säugling beinahe zu Tode geschüttelt hatte, wurde wegen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und Verletzung ihrer Fürsorgepflicht zu elf Monaten Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt.

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