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Muslime werben für ihre Religion

Dialog Muslime werben für ihre Religion

52 muslimische Dialogbeauftragte haben sich an 10 Wochenenden in Stadtallendorf auf ihre neuen Aufgaben vorbereiten lassen.

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Vor der Fatih-Moschee stellten sich die hessischen Dialogbeauftragten und Teilnehmer der Zertifikatsübergabe zum „Familienfoto“ auf.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf . Sie haben mehrere Wochenenden in Stadtallendorf verbracht und sich mit ihrer eigenen Religion, dem Islam, aber auch den anderen Weltreligionen, intensiv auseinandergesetzt. In den Seminarveranstaltungen ging es zum Beispiel um das politische System der Bundesrepublik, deren Kultur und immer wieder auch um die Stellung der Muslime in der deutschen Gesellschaft. Ab sofort nennen sich die 52 Frauen und Männer Dialogbeauftragte. Sie sollen Bindeglieder werden zwischen ihren Moscheegemeinden und der Politik vor Ort, Schulen und Kindergärten oder anderen Gruppen. Das Programm heißt „ProDialog“ und geht von dem muslimischen Dachverband Ditib aus. Ditib steht für „Türkisch-islamische Union der Anstalt für Religion“. Das Bundesamt für Migration und der Europäische Integrationsfonds unterstützen das Programm „ProDialog“. Zu Ditib gehört auch die Fatih-Moschee in Stadtallendorf, ebenso wie die muslimische Gemeinden in Neustadt oder Kirchhain. Ditibs erklärtes Ziel ist es, bis Ende des Jahres rund 1 800 Dialogbeauftragte zu schulen. Wunschziel ist es, bis zu drei dieser Beauftragten für jede muslimische Gemeinde auszubilden.

Am vergangenen Sonntag bekamen die überwiegend jungen Gemeindemitglieder aus Hessen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz ihre Zertifikate. Fast einen ganzen Tag dauerte die Zeremonie. Zahlreiche Redner von Ditib, aber auch von christlichen Kirchen begrüßten das Engagement der Muslime. „Wir haben auf sie gewartet“, freute sich Pfarrer Konrad Hahn, Islambeauftagter der evangelischen Kirche. Er sieht die neu ernannten Dialogbeauftragten als „Brückenbauer“ zwischen Religionen und Kulturen. Auch in Stadtallendorf, Breidenbach und Biedenkopf sind sie künftig anzutreffen. Dort bereiten sie auch Veranstaltungen vor, vermitteln Kontakte oder sind Ansprechpartner. Bürgermeister Manfred Vollmer begrüßte das Projekt ebenfalls, ließ aber auch die Probleme bei der Integration von Migranten nicht außen vor. „Die größten Schwierigkeiten liegen im Erlernen der deutschen Sprache“, betonte er und verwies auf zahlreiche 3- bis 4-Jährige in Stadtallendorfer Kindergärten, die wenig oder überhaupt kein Deutsch sprechen. „Das Nebeneinander ist kein Problem, beim Miteinander lässt sich noch einiges verbessern“, resümierte er aus Stadtallendorfer Sicht. Alle Dialogbeauftragten hätten sich freiwillig über ihre Moscheegemeinden gemeldet, erläutert Salih Özkan vom Landesverband Hessen der Ditib. „Wir mussten sogar eine Auswahl treffen, so viele Bewerbungen gab es“, unterstreicht Özkan das große Interesse in den muslimischen Gemeinden. Grundvoraussetzung für die Zulassung war das Beherrschen der deutschen Sprache.

von Michael Rinde

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