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Musikalische Feinkost im Mühlenhof

Jazz und Pop Musikalische Feinkost im Mühlenhof

100 Besucher lauschten im Hof der Brücker Mühle den drei Marburger Damen von Jazzabel während einer der vermeintlich letzten Sommernächte 2012.

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Decken, Rotwein und der warme Klang des Marburger Trios Jazzabel wärmten das Publikum beim Konzert auf dem vollbesetzten Hof der Brücker Mühle. Foto: Dr. Gunnar Meske

Amöneburg. Diese sollte jedoch eher der Kategorie Herbstnächste zuzuordnen sein, denn je später der Abend, desto dicker die Decken. Die Kälte setzte sogar dem Saxophon zu, so dass einmal mitten im Stück eine Aufwärmphase nötig wurde - für das Instrument wohlgemerkt!

Doch der Konzentration auf die wohltuend wenig kapriziöse und dafür eher konzertante Präsentation der bekannten Jazz- und Pop-Melodien tat das keinen Abbruch. Im Gegenteil. Denn die Art der Darbietung war so richtig dazu angetan, bei den Zuhörern zumindest innere Wärme aufkommen zu lassen.

Es waren balladenartige Interpretationen von Stücken wie dem populären „All of me“ bis hin zu dem weniger bekannten „Misty“, das auf geradezu lyrische Weise eine romantische Stimmung anspricht. Bei Letzterem fühlte man sich schon an Chansons erinnert, und dann erklang tatsächlich auch mal ein französisches Stück. Kein Wunder. Jazzabel war schließlich auch schon auf dem Festival in Poitiers aufgetreten.

Die drei Damen, die sich vor Jahren in Marburg durch Nachbarschaft und Zusammenarbeit kennengelernt hatten, spielen zwar auch weiterhin auf privaten Festen und Hochzeiten, aber auch an so hochoffiziellen Orten wie dem Landtag in Wiesbaden oder eben dem größten Musikereignis in Marburgs französischer Partnerstadt.

Die Ladies in Red (and Black - so ihr elegantes Outfit an diesem Abend) sind Ellen Wietig, Gesang, Barbara Krzensk, Piano, und Bettina Maier, Saxophon. In dem „abel“ hinter „Jazz“ klingen also auch die Vornamen der drei an. Ihr Repertoire geht weit über den klassischen Jazz hinaus, bis hin zu Billie Holiday, Katie Melua und Sade. Gerade Sades berühmter Song „smooth operator“ ist eines ihrer Lieblingsstücke - vielleicht, weil ihre Vortragskunst auch so smooth rüberkommt und dabei eben gerade nicht seicht ist, sondern feinsinnig und elegant. Oder gar hintersinnig. So wie mit dem berühmten „smooth operator“ ja auch kein sanftes Bübchen gemeint ist, sondern eher ein Schweinehund...

Kurz, der Mühlenhof blieb bis zum Schluss gut gefüllt, und die Zuhörer hatten ihre Freude an Piano, Saxophon und Gesang. Das Trio kam um zwei Zugaben nicht herum.

Und zum Abschluss machte Reiner Nau vom Brücker Verein noch auf eine ganz besondere Zugabe aufmerksam: den Vollmond. Der passte so recht zum poetisch gestimmten Heimweg von dieser ersten Septembernacht in der Brücker Mühle, die sich immer mehr zu einem angesagten Ort von Kunst- und Kulturveranstaltungen entwickelt. Fortsetzung folgt.

von Dr. Gunnar Meske

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