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Mütter lernen Sprache im Elterncafé

Integrationsprojekt Mütter lernen Sprache im Elterncafé

Es ist gelungen: Für den Integrationskurs im Elterncafé der Waldschule gibt es eine Zukunft. Im Frühjahr war das Projekt zunächst an Formalien gescheitert.

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Türkische Mütter erlernen im zum Elterncafé umgestalteten Klassenraum in der Waldschule die deutsche Sprache.Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Es ging lebensnah bei diesem Abschnitt des Sprachkurses zu: Welche deutschen Worte verbergen sich hiner Abkürzungen wie „NK“, „ZKB“ oder „OG“ in einer Wohnungsanzeige? Die acht türkischen Frauen hatten wenige Probleme damit, die Kürzel zu entschlüsseln.

Sie saßen am vergangenen Dienstag wie ihre Kinder hinter Schultischen im Elterncafé der Waldschule, einem umgenutzten Klassenraum. Alle acht sind Teilnehmerinnen eines Integrationskurses für Eltern, finanziert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Es waren türkische Mütter, die ursprünglich einen Sprachkurs als ihren größten Wunsch formulierten, als das Elterncafé entstand. Doch der hoffnungsvolle Kurs scheiterte seinerzeit an Formalien und dem darauf beruhenden Nein des BAMF.

Inzwischen, seit 8. Oktober, gibt es einen neuen, dieses Mal abgesicherten und erfolgversprechenden Anlauf an der Grundschule II. Jetzt gibt es einen „Eltern-Integrationskurs“ an vier Vormittagen in der Woche mit insgesamt 16 Wochenstunden. An drei Terminen geht es um die korrekte deutsche Sprache, an einem Termin besonders um Eltern- und Schulthemen, ein Dialog in deutscher Sprache.

Viele hatten sich für die Rettung dieses Angebots stark gemacht, vom Konrektor der Grundschule II, Gereon Muckelmann, über den Schuldezernenten Dr. Karsten McGovern und den Abgeordneten Sören Bartol und Claus Schäfer vom Büro für Integration des Kreises. Letzterer hatte teilweise auch eine Vermittlerrolle übernommen, um zu einer Lösung zu kommen.

Für das neue Angebot gibt es auch einen anderen Träger, den Verein „Internationale Kultur und Bildung“.

Für den Regionalkoordinator Dr. Thomas Weyrauch vom BAMF ist dieser Kurs inzwischen eine Art „Aushängeschild“ bei der Integrationsarbeit geworden. Hessenweit ist es bisher das erste dieser Art, Weyrauch verweist nach eigener Aussage gerne auf dieses Angebot. Seine Behörde finanziert 900 Stunden Anfängerkurs und weitere 60 Stunden Orientierungskurs. Letzterer soll eine Art Aufbaukurs darstellen. „Wir hätten gerne möglichst viel Nachahmer“, betont Weyrauch im Gespräch mit dieser Zeitung.

Gereon Muckelmann hält Elterncafé und Kursangebot erst für einen Anfang. Er sieht Bedarf für eine Stadtteil-Sozialarbeit mit zusätzlichen Beratungsangeboten auf vielen Ebenen.

Und er hält eigene Räume für ein solches Angebot für nötig, die entsprechend ausgestattet sind - und die nicht immer wieder dann doch als Klassenzimmer genutzt werden müssen. Eine Perspektive wäre das geplante Zusatzgebäude für die Waldschule. Auch wenn Dezernent McGovern den Baubeginn noch gänzlich offen lässt: „Einen solchen Raum werden wir dann einplanen“, sagt er bei der Vorstellung des Kurses.

Der noch junge Trägerverein des Kurses ist bereits mit weiteren Schulen im Gespräch. „Qualitativ und quantitativ läuft es an der Waldschule bisher rund“, freut sich Zhara Vahedi von „Internationale Kultur und Bildung“. Eine zusätzliche Kinderbetreuung für mehrfache Mütter könnte das Kursangebot noch attraktiver machen.

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