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Moschee steht immer offen

Stadtallendorf Moschee steht immer offen

Für viele Besucher waren die Führungen durch die Stadtallendorfer Fatih-Moschee ein Erlebnis: Sie lernten den Glauben ihrer Nachbarn kennen.

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Serdar Özsoy führte am Mittwoch Besucher durch die Moschee im Wupperweg. Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Die Tür der Fatih Moschee im Wupperweg stand weit offen. Ein freundlicher junger Mann empfing die Besucher. Serdar Özsoy ist der kulturelle Dialogbeauftragte der Fatih Camii Moschee und Vorstandsmitglied der Gemeinde.

Der Tag biete die Möglichkeit einen Blick in den Glauben und den muslimischen Alltag hinein zu machen und eventuelle Vorurteile auszuräumen, sagte Özsoy. „Wir wohnen in der Nachbarschaft und waren noch nie hier, wir sind sehr offen empfangen worden und es war ein beeindruckender Moment in die Moschee hineinzugehen“, berichten Gerda Careglio und ihr Mann Heinz Schuchhardt.

Die islamischen Religionsgemeinschaften organisieren den „Tag der offenen Moschee“ seit 1997 alljährlich am 3. Oktober. Das Datum wurde gewählt, um auf die religionsübergreifende Verständigung in Deutschland hinzuweisen. In diesem Jahr stand der Tag unter dem Motto „Islamische Kunst und Kultur“. Der Weg durch eine hohe Holztür führt direkt in das Herz der Fatih Moschee, den Gebetraum, dessen Mittelpunkt ein prächtiger Kronleuchter bildet. Der Gebetsraum ist mit einem dicken Teppich ausgelegt und wird aus hygienischen Gründen nur ohne Schuhe betreten. Auch als Nichtmoslem könne man jeden Tag die Moschee besuchen und an den Gebeten teilnehmen. Informativ erläuterte der 24jährige Lehramtsstudent die Bedeutung der „Mihrab“, der Gebetsnische, die die Gebetsrichtung Richtung Mekka anzeigt, beschrieb wie der Imam die Freitags- und Feiertagspredigt von der „Minber“ , der Predigtkanzel aus einen Vortrag hält und erläuterte die Bedeutung des Lehrstuhls „Kürsi“.

Gebetsruferbeeindruckt die Besucher

Eine Art der islamischen Kunst ist der Gebetsruf, den Gebets-rufer Kadir Ardic für die Gäste beeindruckend erklingen ließ. Es gibt auch Fragen zu Trennendem und Verbindem. „Warum beten Männer und Frauen getrennt“, will ein Besucher zum Beispiel wissen. „Damit das Gebet auf höchster spiritueller Ebene geführt werden kann und man nicht auf falsche Gedanken kommt und so einem Konzentrationsmangel vorzubeugen“, antwortete Özsoy. „Schade, dass man so wenig voneinander weiß, eigentlich ähneln sich die Inhalte der Religionen“, resümieren Magdalena und Hermann Josef Schmitt aus Momberg. Als Teil der Interkulturellen Woche, initiiert durch den Verein Interkulturelle Begegnung in Stadtallendorf (IBis), hatten die alevitische Gemeinde, sowie der Stadtallendorfer Bildungs- und Integrationsvereins in die Moschee Yeni Camii ebenfalls ihre Türen für Besucher geöffnet.

von Karin Waldhüter

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