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Mombergs Schlauchturm kommt weg

Investitionspakt Mombergs Schlauchturm kommt weg

Eigentlich hängen Mombergs Brandschützer an ihrem alten Schlauchturm. Der Umbau und die Modernisierung ihres Feuerwehrhauses tröstet sie jedoch über den bevorstehenden Abriss hinweg.

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Arno Sack (von links), der Stellvertreter von Stadtbrandinspektor Erhard Wölk, Jörg Grasse, Thomas Groll und Gerold Sack nahmen schon einmal Abschied vom Schlauchturm der Freiwilligen Feuerwehr Momberg. Foto: Florian

Momberg. Gute Nachricht für Mombergs Kameraden: Bald ergibt ihre Anlage ein harmonisches Bild. Die Stadt Neustadt will den maroden Schlauchturm abreißen und das Feuerwehrhaus sanieren und umbauen - dann passt es auch optisch zum modernen, elf Jahre alten Sozialtrakt.

190000 Euro soll das Projekt kosten. Als die Stadt im Jahr 2010 Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm zur Förderung der energetischen Modernisierung sozialer Infrastruktur eingeworben hatte, war sie noch von 110000 Euro ausgegangen. Damals lag das Augenmerk ausschließlich auf der energetischen Sanierung. Nun ist klar: Es müssen noch weitere Arbeiten ausgeführt werden, um das Gebäude zukunftsfähig zu machen.

Allgemein sind die Kosten gestiegen. 14000 Euro fallen zusätzlich für den Abriss des Schlauchturm an, 40000 Euro für die Neueindeckung der Fahrzeughalle - Ende Mai war die Decke geöffnet worden, um zu prüfen, inwiefern die Höhe verändert werden kann. Dabei stellte sich heraus, dass die Dachpfetten nicht ausreichend tragfähig sind.

Die Höhe muss allerdings verändert werden, damit das neue Katastrophenschutzfahrzeug hineinpasst, das die Stadt im Jahr 2014 gemäß ihres Bedarfs- und Entwicklungsplans anschaffen will. Des Weiteren steht die vorschriftsgemäße Verbreiterung der Tore von 3,50 auf 3,60 Meter an. „Im Hinblick auf zukünftige Neuanschaffungen empfiehlt es sich, die komplette Toranlage mit ihren drei Toren auszutauschen und durch normgerechte Tore zu ersetzen. Dies bedingt Eingriffe in die Statik sowie Veränderungen bei Elektrik und Heizung“, erklärt Bürgermeister Thomas Groll und betont: Ein Neubau würde rund 215000 Euro kosten, dann fielen allerdings die Fördermittel in Höhe von 36000 Euro weg - die im übrigen trotz der gestiegen Kosten nicht aufgestockt werden.

36000 Euro würde die Sanierung des Schlauchturms kosten, doch Stadt und Kameraden sind sich einig, dass diese Investition nicht lohnt. Schon jetzt müssen die Momberger ihre Schläuche nach Einsätzen in Marburg prüfen und trocknen lassen, ihr alter Turm kommt also kaum noch zum Einsatz, wie Wehrführer Gerold Sack erklärt. Die freiwerdende Fläche will der Förderverein der Feuerwehr nutzen, um dort einen Schuppen für Geräte zu errichten.

Baubeginn im September

Lob gibt es von Groll sowohl für den Verein als auch die Brandschützer, die sich mit Eigenleistungen einbringen wollen - zum Beispiel bei der Entkernung des Gebäudes, wodurch die Stadt rund 15000 Euro spart. Dabei lässt er es sich auch nicht nehmen, Kritik am Landesrechnungshof zu nehmen: Der Vorschlag, Feuerwehrhäuser zu schließen sei indiskutabel: „Geben wir Feuerwehren auf, würden wir viel aufgeben.“

Ähnlich sieht das Ortsvorsteher Jörg Grasse, der mit Verweis auf die zahlreichen Hessenmeistertitel sagt: „Die Momberger Wehr ist eine der leistungsstärksten Hessens. Erfolg zieht an - daher gehen wir davon aus, dass wir auch in den kommenden Jahren unsere Position behaupten werden.

Die Stadtverordneten haben die überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 80000 Euro bereits genehmigt. Baubeginn soll im September sein. Ziel ist es, das Projekt bis Ende des Jahres abzuschließen.

von Florian Lerchbacher

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