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Märchenballett und Zickenkrieg

Modern Dance und Schwanensee Märchenballett und Zickenkrieg

Eine beeindruckende Aufführung legten die Ballettschülerinnen der Tanzschule Enjoy in der Stadtallendorfer Stadt­halle aufs Parkett.

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Die Tänzerinnen ernteten für ihre Darbietungen tosenden Applaus.

Quelle: Silke Leich

Stadtallendorf. Kleine Kinder in silbernen Kostümen erheben sich hinter Sandkastenmuscheln und breiten die Arme aus. Dann die Überraschung: Es stehen je zwei Kinder hintereinander - erkennbar an den Armen. In grünen Kostümen stellen sie Schlangen dar. Andere sind karamellbraun gekleidet, tragen Stoffohren und werfen vorsichtig mit Kokosnüssen: Sie spielen Affen. Größere, wild frisierte Mädchen stellen Tiger dar.

Schwarzgekleidete Mädchen blicken böse, tanzen stracks und knien vor ihrer Anführerin. Teenies in blauen Kostümen breiten die Arme aus mit gewaltigen blauen Fächern, da sie Meeresfeen darstellen. Die Mädchen bewegen sich grazil, tanzen elegant und makellos - und immer wieder gibt es Zwischenrufe, mit denen die Zuschauer ihre Verzückung bekunden.

Ein Höhepunkt ist der orientalisch wirkende Tanz der zwölf älteren Dschungelprinzessinnen und ihrer Königin, der Ballett-Titelheldin Shiva (Dilara Erdogu), der Anmut und Ausdauer in Person. Die Choreografie ist ausgeklügelt: Es gibt kleine und große Kreise, die sich in Reihen auflösen und umgekehrt.

Alle Tänzerinnen zeigen ihrem Alter entsprechende Ballettschritte und -formen: Pas, Arabesken, Pirouetten. Aber auch als Schauspielerinnen überzeugen sie. So schleuderte Dschungelkönigin Shiva Blitze des Zorns auf die finstere Zauberin Sontica (Katharina Kirchner). Diese blickte zornig zurück. Die Feindinnen tanzen einen Rundtanz mit stilisiertem Armdrücken. Die Gute gewinnt - und damit das Gute. Und so endet das etwa 90-minütige, dreiaktige Märchenballett „Shiva, die Dschungelkönigin“.

Märchen ist Eigenproduktion

Die Handlung ist rasch erzählt: Eine zehnjährige Prinzessin lebt mit ihrer Mutter, der Königin, sowie mit Tieren in einem Schloss. Auf Anraten ihrer Beraterin Sontica verbannt die Herrscherin die Tiere. Als die Prinzessin 15 Jahre alt ist, flieht sie in den Dschungel. Sie trifft auf die Dschungelkönigin Shiva, die alle Schlosstiere aufgenommen hat. Von ihr erfährt die Prinzessin, wer Sontica ist: eine Zauberin, die - zum erneuten Mal - nach der Herrschaft strebt.

Als die Prinzessin das hört, schmiedet sie mit Shiva und den Tieren einen Plan, um ins Schloss zu gelangen, die Königin zu retten und Sontica und ihre Gefolge unschädlich zu machen. Das gelingt. Es kommt zum Kampf. Shiva beschwört die Dschungelflammen und ruft die Meeresfeen zu Hilfe. Die Guten besiegen die Bösen, lassen diese einsperren und feiern ein Fest im Schloss, in dem fortan wieder alle Lebewesen willkommen sind.

Den Faden des Märchens konnte kein Zuschauer verlieren, denn vor jedem Akt verlas eine Stimme aus dem Off, wie es weitergeht. Erdacht hatte das Märchen die Ballettlehrerin Denise Drahotta. Dann hatte sie es mit elf Solistinnen und mindestens 162 Ballettschülerinnen ihrer Stadtallendorfer Tanzschule Enjoy über ein Jahr erarbeitet.

Sie gaben zwei Darbietungen vor insgesamt mehr als 800 Zuschauern. Nach dem Ballett und der Pause ging‘s weiter mit Modern Dance, Jazz Dance, MTV-Moves und Zumba. In den MTV-Moves stellten Teenies unter anderem einen Streit zweier Mädchengangs da, die sich an­zicken und anrempeln. Die Zumbagruppe zeigte beinahe schon Fitnesshochleistungssport. Im Jazz-Dance-Part „You will be there“ tanzte die Ballettschulleiterin sogar selber mit. Aber auch schon der Auftakt war ein Hochgenuss gewesen, als drei jugendliche Ballerinen die Sequenz der eigentlich vier Schwäne aus Peter Tschaikowskys „Schwanensee“ darboten

von Silke Leich

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