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Mit den Folgekosten steht die Stadt fast allein da

Stadtallendorf Mit den Folgekosten steht die Stadt fast allein da

Die ersten Fundamente des neuen Kindergartens im Iglauer Weg sind schon gegossen. Heute fällt der offizielle Startschuss für den Neubau.

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Auf dem städtischen Gelände am Iglauer Weg laufen die Arbeiten am neuen Kindergarten.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Gleich zwei Kindergärten will die Stadt Stadtallendorf bauen, um möglichst schnell mehr Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren („U3“-Plätze genannt) zu bekommen. Am Iglauer Weg entsteht der erste, der zweite ist am Kirchhainer Weg geplant. Allein der Neubau am Iglauer Weg kostet 2,3 Millionen Euro.

Angesichts der Zuschüsse zu den Baukosten müsste Kämmerer Manfred Vollmer (CDU) eigentlich das Herz lachen: 900.000 Euro kommen vom Bund. Weitere 1,2 Millionen Euro nimmt die Stadt überraschend aus dem Konjunkturprogramm II. Doch bei den Folgekosten, die durch die neuen Gruppen mit U3-Plätzen entstehen, sehen sich die Städte und Gemeinde von Bund und Land weitgehend allein gelassen. Die kommunalen Spitzenverbände haben längst Alarm geschlagen, suchen das Gespräch mit Landes- und Bundesregierung. „Wir steuern auf eine schwierige Lage zu“, ist Karl-Christian Schelzke überzeugt. Er ist Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes.

Schelzke wagt einen Vergleich: In Hessen entstanden in den 70er Jahren großzügig gefördert neue Bürgerhäuser. Jetzt stehen viele Gemeinden vor dem Problem, dass sie sie nicht länger unterhalten könnten. Mit Blick auf die Kinderbetreuung hielte Schelzke es für sinnvoll, zumindest einen Teil des Kindergeldes nicht auszubezahlen, sondern in Kindergärten und Schulen zu investieren.

Am Stadtallendorfer Beispiel lassen sich die Konsequenzen verdeutlichen, die sich aus dem neuen Rechtsanspruch für einen Betreuungsplatz ab 2013 ergeben: Für die geplanten sechs neuen Gruppen muss die Stadt als Träger insgesamt 30 Erzieherinnen einstellen. Genau lassen sich die Lohnkosten noch nicht beziffern, die Verwaltung rechnet aber mit zusätzlichen Lohnkosten von mehr als 550 000 Euro pro Jahr.

In Stadtallendorf werden höhere Kindergartengebühren angesichts der Gesamtsituation damit immer wahrscheinlicher. „Wir denken angesichts unserer Finanzlage darüber nach“, unterstreicht Vollmer erneut. Zahlen will er aber nicht nennen.

von Michael Rinde

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