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Ostkreis Mit „brutaler Gewalt“ durchgesetzt
Landkreis Ostkreis Mit „brutaler Gewalt“ durchgesetzt
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10:23 07.06.2010
Ein Blick auf die Stiftsschule in Amöneburg. Quelle: Archivfoto

Amöneburg. Viele Betroffene aus der Gutmann-Zeit in Amöneburg haben sich seit März zu Wort gemeldet und gegen den Schulleiter aus den 50er und 60er Jahren schwere Gewaltvorwürfe erhoben. Das Bistum Fulda hat sich von den „schlimmen Taten“ Dr. Gutmanns ausdrücklich distanziert. Das Amöneburger Stadtparlament lehnte seinerzeit aber sogar eine Überprüfung ab. Am Ende der Prüfung hätte die Frage stehen sollen, ob nach dem in der Gegenwart hochumstrittenen früheren Geistlichen weiterhin eine Straße benannt bleiben soll.

Genau das beantragt die SPD am Montagabend (diese Zeitung berichtete). Jetzt meldet sich ein Bürger zu Wort, der in Amöneburg Ansehen genießt. Robert Cimiotti ist stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kirchengemeinde, doch als solcher äußert er sich ausdrücklich nicht. Cimiotti spricht als Privatmann mit dieser Zeitung. Ihm geht es vor allem um das Neubewerten der Verdienste, die sich Gutmann als Schulleiter der Stiftsschule erworben hat. Sicherlich habe sich der Geistliche Verdienste um den Aufbau der Schule erworben. „Doch man muss auch die dunklen Seiten sehen, die Gutmanns damaliges Vorgehen gehabt haben“, sagt Cimiotti. Für ihn ist der 2007 verstorbene Geistliche ein „Egoist und größenwahnsinniger Machtmensch“ gewesen. Für den Ausbau der Stiftsschule mussten 1961 historische Gebäude am Amöneburger Marktplatz weichen. „Doch wie kam Gutmann zu den Gebäuden? Doch durch seine Brutalität“, behauptet Cimiotti.

Er habe massiven Druck auf Bürgermeister und Gremien ausgeübt. „Dabei hätte es einen guten anderen Standort am Bahnhof gegeben. Doch Gutmann wollte unbedingt neben der Kirche regieren. Jetzt ist der Marktplatz seit Jahrzehnten verschandelt.“ Auch Cimiottis Elternhaus, in dem außerdem sein Onkel und dessen Familie lebte, musste weichen.

Das Thema Gewalt gegen Schüler streift Cimiotti nur am Rande. Es sei zu einfach zu behaupten, dass die Prügelstrafe damals normal gewesen sei: „An vielen Schulen wurde damals längst nicht mehr geprügelt, und schon gar nicht so.“

Das Stadtparlament tagt ab 19.30 Uhr im Bonifatiushaus Amöneburg.

von Michael Rinde

Mehr lesen Sie in der Montagsausgabe der gedruckten OP.

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