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Mit Herzklopfen den Berg hinunter

Seifenkistengaudi Mit Herzklopfen den Berg hinunter

Superschnelle Seifenkisten, Sonnenschein und gute Laune machten die erste Kistengaudi des Heimatvereins Albshausen zu einem vollen Erfolg.

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Zahlreiche Menschen säumten am 1. Mai die 700 Meter lange Rennstrecke, um das Seifenkistenrennen zu verfolgen.

Quelle: Marita und Nadine Weigel

Albshausen. Yannik hat Herzklopfen. „Jo, jetzt hab‘ ich schon ein bisschen Angst“, sagt der Zehnjährige, setzt sich seinen Helm auf und klettert in die Seifenkiste. Seine Kumpels Benni und Luca geben noch ein paar Tipps. „Pass bloß in der einen Kurve auf, das Rad is‘ eh schon Schrott“, mahnt Benni.

Drei, zwei, eins, los: Langsam rollt die schwarze Seifenkiste mit dem rot-gelben Flammenmuster die Straße am Waldrand hinab. Jetzt kann Yannik nicht mehr viel machen, nur lenken und bremsen.

 

700 Meter lang ist die Strecke der ersten Albshäuser Kistengaudi. Rund 800 Menschen sind an diesem 1. Mai in das kleine Dorf gekommen, um das Spektakel mitzuerleben. „Seit Jahrzehnten war auf dem Sportplatz nicht mehr so viel los“, sagt Arnd Vollmerhausen und schaut auf die vielen Kinder, die auf der Hüpfburg tollen. Der Vorsitzende des Heimatvereins freut sich, dass so viele gekommen sind. Vor allem, weil der Erlös an die Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder Marburg geht.

Zahlreiche Menschen säumen die Rennstrecke und feuern die wagemutigen Fahrer in ihren selbstgebauten Kisten an. Die könnten unterschiedlicher nicht sein. Die blau-gelbe Kiste von Lukas aus Stausebach sieht einem Formel-1-Flitzer zum Verwechseln ähnlich. Hat zwar keinen Motor, hört sich dank des Soundsystems aber wie ein PS-Bolide an. Luisa und Tara hingegen sitzen in ihrer „Quallenkiste“, die aus einem alten Fass, einem Rollstuhl und einem Fahrrad zusammengebastelt ist.

Rund 20 Teilnehmer sausen an diesem Tag die Strecke hinab. Selbst aus Erfurt ist jemand angereist. „Es gefällt mir wirklich gut hier, eine sehr schöne Strecke“, urteilt Jürgen Ludwig, der sogar an deutschen Meisterschaften teilnimmt. Der 69-Jährige ist auch an diesem Tag der Schnellste und gewinnt die offene Klasse in 45 Sekunden. Knapp dahinter ist der Sieger der Junioren: Jonas Bromm gewinnt in 48 Sekunden – trotz seines Sturzes. Nach kurzem Krankenhausaufenthalt nimmt er wieder putzmunter an der Siegerehrung teil. Bei den Bambinis siegt Arne Wollny in 50 Sekunden.

Yannik kommt nach einer Minute und 15 Sekunden ins Ziel. Für einen Platz auf dem Treppchen reicht es nicht. Dafür gewinnen er und seine Kumpels vom Team „Die Atzen“ aber den Preis für die schönste Kiste. Der Jubel ist groß, die drei Jungs strahlen.

von Nadine Weigel

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