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Milchbauern sollen von Opec lernen

Milchpreise Milchbauern sollen von Opec lernen

Das Angebot bündeln und verknappen, den Endverbraucherpreis mitbestimmen, die eigene Marktmacht solidarisch ausleben: Diese Überlebensstrategien empfiehlt Dr. Thomas Grupp den Milchbauern.

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Düstere Prognosen, positive Lösungsansätze: Dr. Thomas Grupp.

Quelle: Matthias Mayer

Schwabendorf. Der Milchexperte von dem landwirtschaftlichen Service-Verein Bayern-Genetik GmbH sprach am Dienstag auf Einladung des Milk Board, Kreisteam Marburg-Biedenkopf, in Schwabendorf vor rund 60 Milchbauern aus Ober- und Nordhessen sowie aus Westfalen. Sein Thema: Die Ursachen des für die Landwirte existenzbedrohenden Verfalls der Milchpreise und mögliche Auswege aus der Krise.

Derzeit erhalten die Milchbauern rund 28 Cent für einen Liter Milch; der Erzeugerpreis liegt jedoch bei 40 Cent. Diesen Zustand werden die Betriebe, so Grupp, nicht mehr lange verkraften, auch wenn sich die Milchbauern mit Stundenlöhnen zwischen zwei und fünf Euro selbst ausbeuteten. Von außen haben die Landwirte laut Gruppe keinerlei Hilfe zu erwarten. Die nationale Politik habe kein Interesse an kostendeckenden Erzeugerpreisen, weil die derzeitigen Dumpingpreise die Lebensmittel verbilligten und so die Inflationsrate dämpften. Die Europäische Union werde versuchen, den Milchpreis zwischen 25 und 30 Cent zu halten. Falle der Milchpreis unter diese Marke, müssten so viele Betriebe aufgeben, dass die Milchversorgung gefährdet wäre.
Neben Prognosen in den düstersten Farben hatte der Fachmann auch Hoffnung mit nach Schwabendorf gebracht. Er riet den Milchbauern, sich nach dem Vorbild der Opec in einem weltweiten Kartell zusammen zuschließen. Der Opec gelinge es seit Jahrzehnten, den Ölpreis in einem gewünschten Korridor zu halten. Wenn dies den vielen Erdöl exportierenden Ländern gelinge, müsse dies bei den wenigen großen Milch exportierenden Staaten erst recht gelingen.

von Matthias Mayer

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