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Michael Vaupel kandidiert in Rauschenberg

Bürgermeisterwahl Michael Vaupel kandidiert in Rauschenberg

Für den Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen war Michael Vaupel der einzig denkbare Kandidat. Nach seinem Ja war seine Nominierung nur noch eine Formsache.

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Michael Vaupel steht vor Rauschenbergs Rathaus, in dem er nach der Wahl als Bürgermeister arbeiten will.

Quelle: Michael Rinde

Rauschenberg. Für die Bürgermeisterwahl in Rauschenberg am 7. Oktober gibt es einen dritten Kandidaten: Stadtrat Michael Vaupel ist vom Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen einstimmig nominiert worden. Für Vaupel ist es die zweite Kandidatur nach 1994, wo er gegen zwei Mitbewerber unterlag. Vaupel ist derzeit Leiter der Mittelpunktschule Wohratal. Er sieht sich als gute Alternative zu den beiden Kandidaten Michael Emmerich (CDU) und Markus Heeb (SPD), die über viel Verwaltungserfahrung verfügen. „Ich bringe eine andere Sichtweise für dieses Amt mit“, sagt Vaupel. Der Rauschenberger engagiert sich seit 1985 in der Kommunalpolitik. Dem Magistrat gehört er mittlerweile seit 23 Jahren als ehrenamtlicher Stadtrat an.

Leichtgefallen ist Michael Vaupel die Entscheidung nicht, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung gerne einräumt. Denn er ist Schulleiter aus Überzeugung. Doch am Ende gab für ihn die Auffassung den Ausschlag, dass er einen ganz anderen Ansatz für das Bürgermeisteramt bieten könne, als die beiden anderen Kandidaten als Verwaltungsfachleute. Dass er bei der Bürgermeisterwahl 1994 unterlag schreckt Vaupel nicht. Er weiß, dass er heute unter anderen Voraussetzungen antritt. Die ersten Wahlaussagen des erfahrenen Rauschenberger Kommunalpolitikers orientieren sich strikt an der desaströsen Rauschenberger Kassenlage. „Fakt ist, dass kein Geld da ist. Was wir haben, müssen wir erhalten. Darum wird es gehen“, fasst er es zusammen. Er sieht dafür in der Rauschenberger Bevölkerung großes Potenzial „das man einfach mitnehmen muss.“ Sprich: Er will auf breiten Dialog mit den Bürgern setzen, wenn es gilt, Probleme zu lösen. „Man darf nicht denken, dass das, was man selber glaubt, immer das Richtige ist“, wirbt er um breite Diskussionen in der Zukunft, wenn er Bürgermeister werden sollte. Vaupel ist klar, dass der Kampf um die Erhaltung der Rauschenberger Infrastruktur schwierig werden wird angesichts der Kassenlage. Doch er will Lösungen finden. Als Beispiel nennt er das Rauschenberger Schwimmbad, das er unbedingt erhalten will. Vaupel kann sich vorstellen, für das Freibad eine ähnliche Betreiberlösung zu entwickeln wie beim Kirchhainer Hallenbad, falls notwendig. Doch der Bürgermeisterkandidat der Grünen will das alles beherrschende Thema Finanzen nicht auf das Wort Sparen reduziert wissen. Ihm werde es auch darum gehen, zusätzliche Einnahmen für die Stadt zu generieren. Beim Tagestourismus sieht er noch Nachholbedarf für Rauschenberg. „Alles, was Besucher bringt, ist gut für die Bevölkerung und auch die Gastronomie“, spitzt er es zu.

Die Bürgerhäuser sind für Rauschenberg wie für andere Städte und Gemeinden ein herausragender ein Verlustbringer. Ein Ansatzpunkt für höhere Einnahmen wäre für Vaupel die Öffnung von Bürgerhäusern für mehr Veranstaltungen. Das Thema Bürgerhäuser führt zwangsläufig zu der Diskussion über den Ausbau der Kratz‘schen Scheune in der Kernstadt, deren erklärte Gegner die Grünen und besonders auch Michael Vaupel aus finanziellen Gründen sind. „Wenn ich es zu entscheiden hätte, würde ich sagen, wir machen es nicht“, sagt Vaupel, der auch zu den Organisatoren des gescheiterten Bürgerbegehrens gegen das Projekt gehört hat. Doch er geht davon aus, dass die letzten Entscheidungen für den Ausbau bis zur Wahl und zum Amtsantritt des neuen Bürgermeisters im Frühjahr 2013 gefallen sein werden. „Natürlich werde ich auch diese Entscheidungen dann umsetzen“, sagt er für den Fall seiner Wahl zu.

Rauschenberg wird mit den Folgen des Bevölkerungswandels in den nächsten Jahren intensiv zu kämpfen haben. Die Zahl der Leerstände wird zwangsläufig weiter steigen. Wie will Kandidat Michael Vaupel dem begegnen? Zunächst sieht er großen Bedarf für eine Imagekampagne. „Denn über Rauschenberg ist in den vergangenen anderthalb Jahren häufig zu schlecht geredet worden.“ Initiativen wie Förderprogramme für Neubürger, die leere Gebäude übernehmen und sanieren, hält er für erfolgversprechend.

Für den Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen war Michael Vaupel Wunschkandidat, auch angesichts seines herausragenden Ergebnisses bei der Kommunalwahl, wo er die meisten Stimmen aller Kandidaten holte. „Wir haben ihm Zeit für seine Entscheidung gelassen“, sagt Stefan Seibert, Fraktionsvorsitzender der Bündnisgrünen im Stadtparlament.

Bis zum 2. August können sich laut Stellenausschreibung noch Kandidaten für das Bürgermeisteramt melden. Am 7. Oktober entscheiden die Rauschenberger Wähler über den Nachfolger von Amtsinhaber Manfred Barth, eine Stichwahl fände am 21. Oktober statt.

von Michael Rinde

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