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Ostkreis Messer in Tasche wird Frau zum Verhängnis
Landkreis Ostkreis Messer in Tasche wird Frau zum Verhängnis
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19:18 21.09.2010
Ein solches „Einhandmesser“ führte eine Frau mit sich, um sich im Notfall selbst zu verteidigen. Bei einem Diebstahl wurde es ihr zum Verhängnis. Quelle: Florian Lerchbacher

Kirchhain. „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, sagte der Staatsanwalt am Dienstag während einer Verhandlung vor dem Kirchhainer Amtsgericht, in der sich eine 27-Jährige wegen Diebstahls mit Waffen verantworten musste.

Die Angestellte eines Supermarktes hatte die Hartz-IV-Empfängerin im Mai beim Stehlen einer Flasche Rum erwischt. Als die Polizisten die Täterin vernahmen, entdeckten sie einen Clip zur Befestigung eines Einhandmessers. Sie habe den Beamten das Messer gezeigt, berichtete die Frau und ergänzte: „Der eine Polizist gab es mir wieder. Sein Kollege nahm es mir dann aber wieder weg.“

Dieser habe richtig gehandelt, kommentierte Richter Edgar Krug und erklärte der Mutter dreier Kinder die Sachlage: Weil sie das Messer während ihrer Tat mit sich führte, müsse sie sich wegen Diebstahls mit einer Waffe verantworten.

„Ich hatte es nicht dabei in der Absicht, es zu benutzen“, entgegnete die Frau und erklärte, dass sie es besitze, weil sie in der Vergangenheit zweimal fast vergewaltigt worden sei. „Ich brauche es zur Selbstverteidigung. Ich ging doch auch mit der Frau und den Beamten mit und machte nichts“, betonte sie.

„Es steht nicht im Gesetz, dass Sie das Messer in der konkreten Situation anwenden müssen, sondern es reicht, dass Sie es bei sich haben“, sagte der Richter und ergänzte später in seiner Urteilsbegründung: „Hätten Sie es eingesetzt, wäre es räuberischer Diebstahl gewesen.“ Dabei spielt auch die Besonderheit des Messers eine Rolle: Während ein Schweizer Messer unter anderem auch ein Korkenzieher sei, erfülle das „Einhandmesser“ eindeutig die Kriterien einer Waffe, da es ohne großen Aufwand beim Öffnen schnell als Stichwaffe einsetzbar sei.

„Kein Mensch, der einen Diebstahl begeht, kennt die Vorschrift“, sagte der Staatsanwalt zum Diebstahl mit einer Waffe und fügte hinzu, der Gesetzgeber stelle die Tat jedoch unter gesonderte Strafe: Während bei normalen Diebstahl das Strafmaß bei einer Geldbuße beginne, liege das Mindeststrafmaß in diesem gesonderten Fall bei sechs Monaten Freiheitsentzug und reiche bis hin zu zehn Jahren. Die Frau habe sich bisher nichts zu Schulden kommen lassen, daher plädierte er für eine Strafe am unteren Limit und forderte sechs Monate auf Bewährung.

Richter Krug folgte dem Antrag und verurteilte die Kirchhainerin zu sechs Monaten auf Bewährung – bei einer Bewährungszeit von zwei Jahren – sowie zu 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit als „fühlbare Sanktion“. Er kommentierte: „Sie wollten das Messer nicht konkret einsetzen – das wird vom Gesetzgeber auch nicht erwartet.“ Es reiche, dass sie es mit sich führte. „Das Verfahren sollte Ihnen Lehre genug sein“, fasste er zusammen.

von Florian Lerchbacher

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